Für ein selbstbestimmtes Leben, vor allem im Alter, ist die Teilhabe an der digitalen Welt von großer Bedeutung. Es gibt viele ältere Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen bisher kaum Erfahrungen mit digitalen Medien machen konnten. Mit der Infomesse-Inklusiv „Alltagshelfer: digital-analog-human“ in Bingen zeigten die Leitstelle „Gut altern in Mainz-Bingen“ der Kreisverwaltung sowie das Mainz-Binger Netzwerk Demenz in Kooperation mit der TH Bingen, an welchen Stellen der technologische Fortschritt helfen kann. Das Ziel: ein möglichst eigenständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

Unser Alltag wird zunehmend von der Digitalisierung beeinflusst, die viele Dinge deutlich zu vereinfachen scheint. Um beeinträchtigten Menschen die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen und sie zu einem weitgehend selbstständigen Leben zu befähigen, bietet die Digitalisierung viele Chancen.

Inklusive Gesellschaft

„Unser Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, in der alle Menschen in ihrer ganzen Vielfalt gleichberechtigt und selbstbestimmt miteinander leben und an allen Aktivitäten selbstverständlich teilhaben können“, so die Kreisbeigeordnete Ursula Hartmann-Graham. Mit der Infomesse wolle man auch das gesellschaftliche Bewusstsein über Rechte und Fähigkeiten sowie die Belange älterer, aber auch behinderter Menschen sensibilisieren.

Die Digitalisierung im persönlichen Alltag ist dabei ein zentraler Bestandteil, wenn es um Teilhabe geht. „Das Zusammenleben verschiedener Menschen im Sinne der Inklusion gelingt dann gut, wenn alle nach ihren Möglichkeiten und Interessen beteiligt werden“, resümierte Landrätin Dorothea Schäfer die Infomesse-Inklusiv. Damit alle ihre Begabungen einbringen könnten, brauche es neue Formen des Umgangs, der Wahrnehmung und Wertschätzung. Entsprechend breit war das Spektrum der Aussteller und Angebote auf der Infomesse-Inklusiv.

Smart-City-Konzept

Den Messeabschluss leitete Prof. Dr. Markus Lauzi, Professor für digitale Anwendungen an der TH Bingen, mit einem Impulsvortrag ein. Er sprach über Smart-City-Konzepte und digital vernetztes Wohnen. In der anschließenden Talkrunde wurde sich zum Thema „Digitale Chancen für eine inklusive Gesellschaft“ unterhalten.

Neben der Kreisbeigeordneten Ursula Hartmann-Graham als Initiatorin der Infomesse-Inklusiv sowie Professor Lauzi ergänzten Brigitte Bührlen (Vorsitzende der „WirStiftung pflegender Angehöriger“), Stefanie Geiser (RMI Rhein-Main inklusiv e. V.) und Reiner Wissel (Koordinator Netzwerk Demenz Mainz-Bingen) die Runde. Das gemeinsame Fazit: Digitaler Technikeinsatz führt dort zum Erfolg, wo er auf die Bedürfnisse der Nutzer abgestimmt ist.

Mit den Mainz-Binger Demografietagen „Alter und Altern neu sehen und denken“ bietet die Kreisverwaltung bis Mittwoch, 27. November 2019, eine Reihe von Veranstaltungen, die die zahlreichen Facetten für gutes Altern im Landkreis Mainz-Bingen zeigen. Die Demografietage sind Teil der landesweiten Demografiewoche Rheinland-Pfalz. Das Programm gibt es im Internet unter www.mainz-bingen.de unter dem Stichwort „Demografietage“. Nähere Informationen zum Programm erteilt Ute Poßmann telefonisch unter 06132/787-3303 oder per E-Mail an seniorenjobs@mainz-bingen.de.