Mainz | „Unter dem Schatten“ des Doms entsteht aktuell im Untergeschoss des ehemaligen Karstadtgebäudes eine neue Mainzer Kunsthalle auf knapp 1.500qm Ausstellungsfläche. Sollte die Coronaverordnung es zulassen, wird Anfang April eröffnet.


Eine neue Galerie entsteht in Mainz

Im früheren Feinkostbereich des Karstadt wird seit zwei Monaten fleißig gewerkelt. Auf der großen Fläche im Untergeschoss und in 25 unterschiedlich großen Nebenräumen, die bisher als Lager-, Kühl- oder Sozialräume dienten, wird in Schwarz und Weiß grundiert und Lichtinstallationen vorbereitet. Diese sollen zukünftig die etwa 500 Exponate der ersten Ausstellung ins rechte Licht setzen.

Installation: Tomislav Topic von Quintessenz | Foto: Carolin Schnarr

26 Künstler:innen aus ganz Deutschland, die fast alle auch international tätig sind, werden hier Gemälde, Fotografien, Installationen, grafische Arbeiten und Plastiken ausstellen. Darunter sind unter anderem Hera von Herakut, Christian Böhmer, Tomislav Topic von Quintessenz, Sebastian Wandl (Wandal Art), Kai „Semor“ Niederhausen und Sabrina Glimm um nur einige zu nennen. Die Ausstellung wird eher wenige Kleinformate und überwiegend Mittel- und Großformat plus einzelne Skulpturen zeigen. Sollte die Corona-Verordnung es zulassen, so ist die Eröffnung für den 01. April geplant. Ab da kann die Ausstellung dann donnerstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr besucht werden.

Erfahrung aus Bar, Galerie und Zwischennutzung

Auf die Beine gestellt wird das Galerie-Projekt im Untergeschoss des ehemaligen Karstadt von der Gutleut GbR, dahinter stecken Victor Anta Munoz, Dr. Victor Bergmann und Fabian Heubel. Im ersten Stock der Bar Gutleut, die sich ebenfalls auf der „Lu“ befindet, wurden in den letzten vier Jahren bereits 30 Ausstellungen realisiert, die im Jahr von etwa 10.000 Besuchern angesehen wurden. Erfahrung bei Interimslösungen konnten sie sammeln im alten Postlager, das hoffentlich ebenfalls bald wieder als Streetfoodmarkt und Eventlocation mit einzigartiger Atmosphäre direkt hinter dem Mainzer Hauptbahnhof öffnen wird.

Victor Anta Munoz der Gutleut GbR in der neuen Galerie

Unterstützung von Investor und engagiertem Lulu-Team

Möglich wurde das gesamte Projekt durch den Investor und Projektentwickler des ehemaligen Karstadt-Gebäudes, die Boulevard Lu GmbH & Co. KG, hinter der im Wesentlichen die Sparkasse Rhein-Nahe und die J. Molitor Immobilien GmbH stehen. Gemeinsam haben die beiden Partner beschlossen, das Interims-Projekt Lulu, zu der die Galerie im Keller gehört, zu ermöglichen. In Zusammenarbeit mit Marco Friedmann, Inhaber der Hier&Jetzt Event Services und Management, die das Projekt Lulu leitet, dem ehemaligen Citymanager Dominique Liggins und Ata Delbasteh wurden Ideen zur Interims-Flächennutzung entwickelt. Die Unterstützung umfasst neben der Bereitstellung der Flächen unter anderem auch eine Anschubfinanzierung.

„Kulturelle Zwischennutzungen ermöglichen wir bei unseren Projekten oft – gerade wenn es um Bestandsimmobilien in der Innenstadt geht. Aktuelle Beispiele sind das Postlager (Streetfoodmarkt und Eventlocation) oder der Karstadt Sport (FILIALE Staatstheater Mainz). Aus unserer Sicht wertet es einen Standort auf, wenn er in der Zwischenphase kulturell bespielt wird. Wir finden es immer wieder spannend, was unsere Partner aus der Kulturszene daraus machen. Gerade weil es Interimsflächen sind, haben die Akteure ja auch ganz andere Freiheiten mit den Standorten umzugehen.

Bei Lulu kommt allerdings noch eine andere spannende Komponente hinzu: Lulu ist eine ideale Experimentierfläche für die spätere große Lu. Wir wollen mit der Neugestaltung an der Ludwigsstraße die Lu wieder zu einem Ort mit Strahlkraft machen. Geplant ist ein spannender Mix aus Handel, Gastronomie und Kultur unter anderem mit einer Pop up-Halle. Lulu bietet die Chance, schon jetzt auszuprobieren, was bei den Leuten auf Akzeptanz stößt. Schließlich kann ein Standort nur erfolgreich sein, wenn Angebot, Gestaltung und Erlebnisfaktor bei potenziellen Kunden gut ankommen“, so Tim Gemünden, Geschäftsführer der J. Molitor Immobilien GmbH.