Foto: "Fridays gegen Altersarmut"

Am heutigen Freitag, den 24.01.2020 findet von 12:00 bis 14:00 Uhr eine Mahnwache vor dem Staatstheater in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz statt. Dies ist eine friedliche Demonstration, bei der auf eine Situation hingewiesen werden soll, die als gesellschaftlicher Missstand wahrgenommen wird. Boost your City hat Kontakt mit Norbert Siegl, dem Verantwortlichen der Mahnwache in Mainz aufgenommen. Er hat uns für ein telefonisches Interview zur Verfügung gestanden und uns die folgenden Informationen mitgeteilt.

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Die etwa 50 angemeldeten Personen werden vor dem Theater in Mainz verweilen, es findet kein Marsch statt. Sie verteilen Flyer, warnen vor der Armut im Alter und klären auf. Der Veranstalter rechnet damit, dass überwiegend Senioren und Studenten an der Mahnwache teilnehmen werden. Ihnen ist wichtig mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen.  Zudem hat sich Volker Höfner der „Elvis von Gunsenum“ für die heutige Mahnwache angekündigt.



Die 10 Forderungen von „Fridays gegen Altersarmut“

  • Die sofortige Einführung eines solidarischen Rentensystems, in dem ausnahmslos alle einzahlen müssen.
  • Die sofortige Steuerbefreiung auf ausgezahlte Rentenbeiträge, da eine Doppelbesteuerung verfassungswidrig ist.
  • Die Zweckentfremdung und Herausnahme der eingezahlten Gelder aus der Rentenkasse, ist per Gesetz unter Strafe zu stellen.
  • Gleiches Recht für EU-Bestandsrentner und Behinderte zum Thema Rente. Das gleiche gilt für Witwen- und Waisenrente.
  • Die sofortige Rücknahme der Agenda 2010
  • Die Einführung einer Reichensteuer.
  • Ein befristetes Übergangsgeld für ehemalige Landtagsabgeordnete, Bundestagsabgeordnete, Minister und Bundespräsidenten und die sofortige Abschaffung horrender Pensionen auf Lebenszeit.
  • Die Verschwendung von Steuergeldern in Amtsstuben, Behörden und Ministerien ist gesetzlich unter Strafe zu stellen. Falls Privatvermögen vorhanden ist, müssen die Verantwortlichen der Steuerverschwendungen mit ihrem Privatvermögen haften.
  • Kindergeld und Unterhalt sind nicht mehr als Einkommen bei staatlichen Hilfeleistungen anzurechnen. Es dient allein zur Versorgung des Kindes, um dieses in Würde groß zu ziehen
  • Wir fordern von der Bundesregierung ein Gesetz nach französischen Vorbild zu verabschieden, welches Supermarktketten und Einzelhändler verbietet Lebensmittel wegzuwerfen. Es ist ein Skandal Millionen Tonnen Lebensmittel wegzuwerfen, während viele andere Menschen Hunger leiden.

Ziel sei es, dass Rentner mit ihrer Rente nicht nur überleben, sondern gut damit auskommen und sich auch mal einen Theater- oder Schwimmbadbesuch leisten können, berichtet Norbert Siegl, Ansprechpartner der Mahnwache in Mainz.

Foto: „Fridays gegen Altersarmut“

Die Mahnwache ist bei der Stadt Mainz angemeldet und die Polizei ist informiert. Da allerdings die letzte Demonstration der Gruppe mit rund 170 Teilnehmern am 14.12.2019 in Mainz sehr friedlich verlief, ist diesesmal ebenfalls davon auszugehen. Die Aktion in Mainz ist nur eine von vielen an diesem Tag. Bundesweit hat die Gruppe „Fridays gegen Altersarmut“ ca. 210 Mahnwachen organisiert.



Mehr über die Gruppe

„Fridays gegen Altersarmut“ ist eine Bundesweite rasant wachsende Bewegung, die unter anderem mit Mahnwachen auf das Thema Altersarmut aufmerksam machen möchte. Die Gruppe betont immer wieder, dass sie keiner Partei angehören und distanzieren sich klar gegen jede rechte und linke Bewegung. Pro Monat planen sie eine bundesweite Mahnwache, sagt Norbert Siegl. Die Resonanz bisher ist positiv – das zeigt auch die rasante Geschwindigkeit mit der die Gruppe in dem Sozialen Medium Facebook wächst. Nach nur vier Monaten sind bereits über 300.000 Mitglieder beigretreten. Ein deutliches Zeichen, dass das Thema alle Menschen angeht.

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