Die A5 Höhe Raststätte Taunusblick | Foto: Thorsten Lüttringhaus

Gestern Abend konnte ein Polizeibeamter auf der A5 in letzter Sekunde vor einem auf ihn zufahrenden Lastwagen wegspringen. Der 50-jährige Fahrer beging davor und danach Unfallfluchten und leistete außerdem mehrfach Widerstand gegen die eingesetzten Polizeibeamten.

Gegen 20.40 Uhr fiel der Lastwagen mit Anhänger (40 Tonnen) zuerst auf. Bei Kilometer 490 am Autobahnkreuz fuhr er gegen die Mittelleitplanke, beschädigte diese und fuhr anschließend sehr langsam auf der linken Spur, ohne anzuhalten weiter.

Die daraufhin verständigte Frankfurter Autobahnpolizei setzte sich mit ihrem Streifenwagen vor den LKW um diesen bei Kilometer 480 zwischen der Raststätte Taunusblick und dem Bad Homburger Kreuz anzuhalten.

Polizist rettet sich mit Sprung über die Leitplanke

Als der 41-jährige Polizeibeamte zwischen Mittelleitplanke und Lastwagen zu dem Führerhaus ging, trat der 50-jährige LKW-Fahrer in Richtung Gesicht des Polizeibeamten.

Glücklicher Weise gelang es dem Beamten den Tritten auszuweichen. Doch anstatt aus seinem Führerhaus auszusteigen, zog der Fahrer die Tür zu und fuhr weiter nach links auf den Polizeibeamten zu. Dieser konnte sich in letzter Sekunde durch einen Sprung über die Mittelleitplanke retten.

LKW schob Streifenwagen vor sich her

Der 50-Jährige LKW-Fahrer fuhr gegen die Betonleitplanke und flüchtete erneut von der Unfallörtlichkeit. Dabei schob er den Streifenwagen etwa 50 Meter vor sich her. Glücklicherweise wurde weder der 41-Jährige, noch seine Kollegin, die sich ebenfalls außerhalb des Streifenwagens befand, verletzt.

Gegen 21.15 Uhr konnte der LKW hinter dem Autobahnkreuz Bad Homburg (Kilometer 475) gestoppt und der Fahrer festgenommen werden. Hierbei leistete er erneut Widerstand, wobei er sich leichte Verletzungen zuzog. Nach einer ärztlichen Untersuchung wurde er in die Haftzellen des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main verbracht. Er soll heute dem Haftrichter vorgeführt werden.

Gründe unbekannt

Die Gründe für das Verhalten des 50-Jährigen sind aktuell völlig unklar. Hinweise auf Alkohol oder Drogen haben sich bisher nicht ergeben. Die Ermittlungen wegen des versuchten Tötungsdeliktes, Unfallflucht, Widerstand gegen Polizeibeamte und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr laufen auf Hochtouren.

An den beteiligten Fahrzeugen und den Leitplanken entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Euro.

Update: Ermittlungen ergeben medizinischen Notfall als Ursache

Wie die Polizei Frankfurt am Nachmittag miteilte, stellte sich heute im Zuge der Ermittlungen und seiner Vernehmung jedoch heraus, dass es sich nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen um einen medizinischen Notfall gehandelt hatte.

Der 50-Jährige wurde daraufhin nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen. Inwiefern der 50-Jährige für sein Verhalten verantwortlich gemacht werden kann ist noch nicht abschließend geklärt. Die Ermittlungen werden fortgeführt.