Das Caritas-Krankenhaus in Lebach. Foto: Alwin Theobald

Lebach. Der Lebacher Stadtrat trifft sich an diesem Donnerstag zu einer Sondersitzung. Einziger Tagesordnungspunkt: Die Rettung des Caritas-Krankenhauses. Eingeladen ist unter anderem die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU). Eine Petition gegen die Schließung haben am Dienstag-Nachmittag bereits 4200 Menschen unterschrieben. Doch mit dem Kampf stehen die Lebacher auf Dauer auf einem hart umkämpften Posten.

„Werden Sie Teil unseres Teams“, wirbt auf der Startseite des Caritas-Krankenhauses Lebach noch am Dienstag-Nachmittag ein Banner für eine Karriere im Caritas-Krankenhaus Lebach. Von der drohenden Schließung ist dort kein Wort zu finden. Offensive Öffentlichkeitsarbeit scheint nicht gerade die Stärke des Trägers zu sein.

„Nicht dauerhaft tragfähig“ und „mit hohem Risiko behaftet“ lauteten die Schlüsselpassagen in einer Erklärung, die die CTT abgegeben hat. Die findet sich auch nicht auf der Startseite des kirchlichen Trägers. Der scheint das Thema wegnuscheln zu wollen.

Gegenüber dem SR dementierte die CTT, dass das Haus schon zum 1. Juli geschlossen werden soll, wie Medien ursprünglich berichteten. Darüber solle jetzt mit den Beteiligten gesprochen werden. Das lässt den Schluss zu, dass mit den Beteiligten vorher nicht über den Termin gesprochen wurde.

Dörfliches Oberzentrum Lebach

Die größeren saarländischen Städte befinden sich an der Nähe der Landesgrenze. Für den dörflichen Kern hat Lebach eine Oberzentrums-Funktion. Die Kinder aus dem Umkreis gehen dort auf weiterführende Schulen, die Bereitschaftspolizei sitzt in der Nähe des Rathauses. Entsprechend hat das Krankenhaus auch eine symbolische Bedeutung für die Region.

„Durch eine Schließung in Lebach wäre die gesamte Mitte des Saarlandes ohne klinische Versorgung“, warnt daher der Landtagsabgeordnete Alwin Theobald (CDU) aus dem benachbarten Eppelborn. Er will die Grundversorgung erhalten sehen und schlägt eine Querfinanzierung durch eine gezielte Spezialisierung auf ausgewählte Bereiche vor.

2400 Mitglieder fanden sich rasch in einer Facebook-Gruppe zusammen, die gegen die Schließung kämpft. Eine Petition auf Change.org haben bisher (Dienstag-Nachmittag) 4200 Menschen unterschrieben. Und auch sonst ist die Menge an negativen Reaktionen auf die Ankündigung groß. Noch vor weniger als zwei Jahren hatte die CTT mit der Idee eines neuen Bettenhauses für Lebach andere Signale gesendet.

Überfüllte Krankenhaus-Landschaft

Doch die westdeutsche Krankenhaus-Landschaft ist überfüllt, wie Experten von den Krankenkassen sagen. Mit dem, was sie für Behandlungen zahlen, finanzieren sie die Häuser zum großen Teil. Der Osten hat bereits eine Schließungswelle erlebt. Die stehe im Westen noch aus.

Das Problem: Der Markt regelt das nur bedingt. Denn medizinische Angebote rechnen sich eher in Ballungszentren. Sinnbildlich gesprochen bedeutet das: Für einen Hausarzt ist es attraktiver der 20. niedergelassene Arzt in Saarbrücken zu werden als der einzige in – zum Beispiel – Eppelborn.

Im Krankenhausbereich reguliert das Land die Krankenhäuser mit einem Plan. Genau da sei das Versäumnis passiert, sagt die FDP. Das Land habe bei seinem Krankenhausplan keinen Abbau der Gesamtbettenzahl vorgesehen. Damit habe es sich einfach gemacht und drauf vertraut, dass sich auf dem überfüllten Markt schon alle Anbieter halten werden.

Das tun sie aber offensichtlich nicht. Zuerst Ottweiler, jetzt Lebach, als nächstes vielleicht Losheim. Außerhalb der großen Standorte Saarbrücken und Homburg ist das Saarland in einem Kliniksterben, das nach Einschätzung der Experten noch nicht beendet ist. Und die Lebacher werden sehr lange trommeln müssen, damit die CTT ihre Bedenken überdenkt.