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Nachrichten Groß-Gerau | Ob Kerb-Ersatzpartys, Geburtstags- oder Hochzeitsfeiern: Wenn zu viele Menschen mit zu wenig Abstand zueinander zusammenkommen, dann hat das Corona-Virus leichtes Spiel. Auch der Kreis Groß-Gerau bekommt das zu spüren. Seit Tagen steigt der Wert, der die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen angibt. Dieser Wert hat mittlerweile die zweite Stufe von 35 überschritten.


Landrat Walter Astheimer dazu

„Wir werden nicht tatenlos zusehen und akzeptieren, dass der Kreis Groß-Gerau die höchste Inzidenz in ganz Hessen aufweist“, sagt Landrat Thomas Will. „Es geht uns darum, besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen zu schützen, ebenso die Gesundheit der Allgemeinheit. Zentrale Infrastrukturen, insbesondere diejenigen des Gesundheitssystems im Landkreis Groß-Gerau, müssen über einen absehbar längeren Zeitraum sichergestellt sein. Dafür tragen wir alle gemeinsam Verantwortung“, betont der Landrat genauso wie Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Walter Astheimer.

Weitere Maßnahmen im Landkreis

Auch wenn die Inzidenz aktuell um die 35 herum schwankt, so weist die Tendenz grundsätzlich weiter nach oben. Darum reagiert der Kreis – aus eigenem Antrieb sowie den Vorgaben des hessischen Sozialministeriums folgend – und ergreift Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und die Infektionszahlen wieder zu verringern.

Daher tritt am Mittwoch, 30. September, eine neue Allgemeinverfügung in Kraft. Sie ist bewusst für den gesamten Kreis verfasst, weil hinsichtlich der Neuinfektionen keine schwerpunktmäßige Betroffenheit einzelner Einrichtungen, einzelner Betriebe oder einzelner abgrenzbarer Lebensbereiche erkennbar ist.



Diese Regelungen gelten:

Die Verfügung besagt, dass bei privaten Zusammenkünften und Feierlichkeiten eine Obergrenze bei der Teilnehmerzahl von 25 in geschlossenen Räumen (private wie angemietete) und 100 unter freiem Himmel gilt. Zudem ist bei Zusammenkünften und Veranstaltungen im öffentlichen Raum eine Alltagsmaske zu tragen, außer man hält sich auf dem eigenen Sitzplatz auf.

Für den Trainings- und Wettkampfbetrieb im Sport gilt eine Obergrenze von 50 Zuschauern in geschlossenen Räumen sowie 100 unter freiem Himmel. Es herrscht ebenfalls die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in allen Bereichen, außer auf dem eigenen Sitzplatz.

Zudem regelt die neue Allgemeinverfügung, dass Gäste in Gaststätten und Übernachtungsbetrieben beim Betreten und Verlassen der Lokalität, in den Gängen und beim Aufsuchen von Gemeinschaftseinrichtungen, wie beispielsweise WC oder Wellnessbereich, eine Alltagsmaske zu tragen haben.

Darüber hinaus empfiehlt der Kreis dringend, die sozialen Kontakte auch im privaten Bereich auf ein Minimum zu reduzieren.

Weitere Maßnahmen könnten greifen

Die Allgemeinverfügung tritt am heutigen Mittwoch, den 30. September 2020, in Kraft und gilt vorerst bis zum 13. Oktober 2020 um 24:00 Uhr. Eine Verlängerung ist bei Bedarf möglich. Auch behält sich der Kreis strengere Maßnahmen, wie zum Beispiel weitergehende Kontaktbeschränkungen vor, sollte bei einer Inzidenz ab 50 die nächste Eskalationsstufe erreicht werden.

„Wir appellieren daher an alle, sich im Sinne der Allgemeinheit verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll zu verhalten, damit wir weiterhin gut durch die Corona-Zeit kommen, bis Medikamente und/oder Impfstoff die Lage beruhigen“, so Landrat Thomas Will.