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Lebach. Die Landesregierung weiß nicht, wie viele Schüler ausländischer Herkunft Deutschunterricht bräuchten. Das hat die Antwort auf eine Anfrage der Abgeordneten Barbara Spaniol (Linke) ergeben.

Anfragen sind ein wichtiges Instrument von Abgeordneten. Mit ihnen kommen sie an den wichtigen Rohstoff Information, der naturgemäß in der Verwaltung stärker fließt als im Parlament. Mitglieder der Regierungsfraktionen nutzen Anfragen, um zu erfahren, wie erfolgreich die Landesregierung ist. Spannender indes sind die Anfragen von Oppositionspolitikern wie Barbara Spaniol.

Die bildungspolitische Sprecherin der Linken hat vier Fragen zur Situation an saarländischen Schulen gestellt. Zu zwei Fragen führt die Landesregierung gar keine Statistik. Zu einer führt das Land eine andere Statistik auf, als die, die Spaniol angefordert hat. Für die Regierung ist das ein guter Schnitt. Kommen andere Anfragen als die genehmen aus den eigenen Reihen, weichen die schwarz-roten Ministerien gerne aus.

Keine Statistik führt das Land zur Frage, wie viele Schüler eine sonderpädagogische Unterstützung benötigen. Und auch keine dazu, wie viele Schüler ausländischer Herkunft Deutschunterricht benötigen. Spannend wäre die Frage, worauf dann die Konzepte zu diesem Thema fußen. Oder ob es welche gibt?

Dass der Bedarf hoch sein könnte, lässt eine andere Statistik erahnen: Gleich an zwei Neunkircher Grundschulen kommen mehr als die Hälfte der Kinder aus Flüchtlings- oder Einwandererfamilien. In Lebach gibt es gleich vier Schulen, an denen mehr als jedes dritte Kind aus Flüchtlings- oder Einwandererfamilien stammt.