Nachrichten Frankfurt | Bei fast 28.000 der unter zehnjährigen Kinder im Rhein-Main-Gebiet haben Ärzte im Jahr 2018 eine Sehschwäche (Akkommodationsstörungen und Refraktionsfehler) diagnostiziert. Bundesweit sind etwa 1,2 Millionen Kinder in diesem Alter betroffen. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der BARMER von ambulanten, kassenübergreifenden Diagnosedaten hervor. Bei den Fünf- bis Neunjährigen braucht fast jedes vierte Kind eine Brille, bei den Jüngeren sind es ca. 13 Prozent.

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Frank Mayer, Regionalgeschäftsführer der BARMER in Frankfurt

„Bei Kindern unter fünf Jahren dürfte die Dunkelziffer bei Sehschwächen aber höher liegen, weil Probleme mit den Augen oft unentdeckt bleiben. Daher ist es wichtig, die U-Untersuchungen beim Kinderarzt rechtzeitig wahrzunehmen“.

Zudem sollten Eltern auf Anzeichen für eine Fehlsichtigkeit achten. Zwar kann das kindliche Gehirn Sehschwächen teilweise ausgleichen – allerdings geht dies dauerhaft zu Lasten der Gesundheit. „Sucht ein Kind selten Blickkontakt, blinzelt häufig, hält den Kopf schief oder ist lichtscheu, kann dies an einer Sehschwäche liegen“, erklärt Mayer. Auch Kopfschmerzen, Probleme beim Ausschneiden oder Ballfangen könnten mit einer eingeschränkten Sehkraft zusammenhängen.

Brille als Kassenleistung

Allein die BARMER hat 2018 für unter Zehnjährige bundesweit etwa 46.700 Brillengläser und Kontaktlinsen bezahlt, davon kamen über 4.000 Kinder aus Hessen. Gesetzliche Kassen übernehmen bei Versicherten bis zum 18. Geburtstag, denen der Augenarzt eine Sehhilfe verordnet, die Kosten für folgende Leistungen: Beratung, Bestimmung der Sehschärfe, Einarbeitung und Anpassung sowie Kontrolle der Brillengläser. Für Sehhilfen gelten vereinbarte Festbeträge, die von der Sehstärke abhängen und die der Vertragsoptiker direkt mit der Krankenkasse abrechnet.

„App auf Rezept“ bei Kindern: Augentraining für zu Hause

Stellt der Augenarzt die Diagnose funktionelle Sehschwäche (Amblyopie), übernimmt die BARMER bei vier- bis zwölfjährigen Kindern die Kosten für die „App auf Rezept“. Die internetbasierte Therapie bietet ein gezieltes Training, bei dem das schwache Auge spielerisch intensiv geschult wird. Weitere Infos zur „App auf Rezept“ gibt es im Internet: www.barmer.de/a000022.

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