Symbolbild Rettungsdienst | Foto: Thorsten Lüttringhaus

Ab sofort wird die Klinik Ingelheim zur Spezialklinik für Corona-Verdachtsfälle und -Patienten aufgebaut. Mit Zustimmung des Gesundheitsministeriums in Mainz wird damit aus dem bisherigen Allgemeinkrankenhaus bis auf weiteres eine spezialisierte Klinik für die Behandlung von COVID-19-Patienten

 


„Damit bündeln wir Ressourcen, schaffen klare Strukturen, entlasten die anderen Kliniken und können sehr schnell und konzentriert Erkenntnisse gewinnen, wie sich das bis zu uns gestreute Virus entwickelt hat. Hierzu ist auch die direkte Nähe zu den Experten bei der Universitätsmedizin Mainz, Bioscentia und Boehringer Ingelheim ein großer Standortvorteil,“ sagt der Krisen-Geschäftsführer Rechtsanwalt Timm Hartwich. Die Spezialklinik wird ab voraussichtlich kommender Woche Verdachtsfälle in der Region aufnehmen und in Kooperation mit den anderen Häusern betreuen.

Für eine optimale Ausstattung für Patienten und Personal wird gesorgt

In der Klinik wird ein Konzept verschiedener Zonen implementiert. Hier orientieren sich die Spezialisten an den Erfahrungen aus Italien und China. Innerhalb der Zonen werden alle Patienten gemäß ihrem Stadium optimal behandelt. Mit Mitteln der Stadt Ingelheim und des Landes wird für eine optimale Ausstattung für Patienten und Personal gesorgt. Die Klinik Ingelheim wird sukzessive die Beatmungs- und Intensivpflegeplätze deutlich ausbauen.



„Wir stehen hier vor einer gewaltigen Aufgabe, wir brauchen jede qualifizierte Kraft“ appeliert OB Ralf Claus an die Ingelheimer. „Wir bitten jeden Arzt, jede examinierte Pflegekraft und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Arztpraxen, die verfügbar sind, sich zu melden. Dies gilt auch für Ärzte und Pflegekräfte im Ruhestand.“ Für die Ausstattung und den Umbau der Klinik wurden kurzfristig Mittel bereitgestellt. Die entsprechenden Arbeiten wurden bereits begonnen. Dabei kommt es den Verantwortlichen darauf an, auch über die Zeit des Umgangs mit dem Corona-Virus hinaus zu planen. „Natürlich müssen wir jetzt die Kapazitäten an Intensivbetten und Beatmungsmöglichkeiten schaffen, um mit einer Zuspitzung der Lage umzugehen. Gleichzeitig brauchen wir auch ein Szenario wie die geschaffene Infrastruktur im Anschluss weiter sinnvoll genutzt und in die Gesundheitsversorgung der Bürger in der Region eingebunden werden kann“ erklärt Hannes Fischer, Pressesprecher der Klinik Ingelheim.

In der Klinik Ingelheim wird eine Anlaufstelle geschaffen, die rund um die Uhr geöffnet ist und schnell und sicher Tests und Behandlung für potentielle Corona-Patienten bereitstellt. Damit werden Krankenhäuser und Arztpraxen entlastet und eine Ausbreitung in diesen Einrichtungen verhindert. „Wir schaffen hier für die Bürger eine klare Zuständigkeit und optimale Bedingungen für Test und Therapie. Solange wir keine Impfung haben, sind das die besten Voraussetzungen für eine schnelle Eindämmung und eine Verhinderung oder zumindest Verlangsamung der Ausbreitung“ sagt Klinikdirektor Prof. Dr. Markus Masin.

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