Symbolbild Impfung

Nachrichten Frankfurt | Zuletzt haben sich viele Menschen gegen Pneumokokken impfen lassen. Der Grund dafür ist, dass die Bakterien ebenso wie das Coronavirus eine schwere Lungenentzündung verursachen können. Das hat letztlich zu einem Engpass des Impfstoffes geführt. Deshalb empfiehlt die BARMER, eine Impfung gemäß der neuen Empfehlung durch die Ständige Impfkommission STIKO vornehmen zu lassen.


Schutz gegen einen schweren Verlauf bei einer Corona-Infektion

„In der jetzigen Situation sollten zunächst die Personen gegen Pneumokokken geimpft werden, die besonders gefährdet sind. Zu den Risikogruppen gehören Patienten mit Immunschwächen, mit chronischen Atemwegserkrankungen und Menschen ab 70 Jahren“, sagt Martin Till, Landesgeschäftsführer der BARMER in Hessen.

Eine Impfung gegen Pneumokokken könne bei Risikogruppen einen schweren Verlauf einer Corona-Infektion verhindern, so Till. Denn das Immunsystem laufe bei einer Infektion mit Corona-Viren ohnehin schon auf Hochtouren. Kämen dann noch Pneumokokken hinzu, die bei vielen gesunden Personen im Nasen-Rachenraum vorkämen und normalerweise völlig harmlos seien, könnten sie immunschwachen Patienten gefährlich werden. Schwere, lebensbedrohliche Lungenentzündungen könnten dann die Folge sein.

Zudem müsse sichergestellt werden, dass Babys und Kleinkinder bis zwei Jahre den Impfstoff im Rahmen der Grundimmunisierung bekämen. Denn gerade bei Säuglingen könne die Infektion mit Pneumokokken besonders schwere Komplikationen mit sich bringen.

Bedarf an Impfstoff nicht ohne Weiteres abdeckbar

Die STIKO hatte unlängst die Empfehlungen zur Pneumokokken-Impfung aufgrund der Corona-Pandemie konkretisiert. Demnach sollen zunächst nur die genannten Risikogruppen geimpft werden. Von der Impfung anderer Bevölkerungsgruppen sollte abgesehen werden. Weil das Herstellungsverfahren bei Impfstoffen komplex sei und einige Zeit benötige, könnten die Hersteller den Bedarf am Impfstoff gegen Pneumokokken momentan nicht ohne Weiteres abdecken, sagt Martin Till.