Symbolfoto: Pixabay/ Qimono

Saarbrücken. Immer mehr Saarländer bekommen Medikamente gegen Aufmerksamkeits-Störungen. Das hat die Techniker Krankenkasse (TK) mitgeteilt. Experten warnen vor dem Suchtpotential der Medikamente.

Der bekannteste Wirkstoff der gegen Aufmerksamkeits-Störungen und Hyperaktivität (ADHS) verschrieben wird, heißt Ritalin. Er beruht wie andere Medikamente auf dem Wirkstoff „Methylphendiat“. In den vergangenen vier Jahren ist die Zahl der Saarländer über 18 Jahren, die entsprechende Medikamente verschrieben bekommen haben, um rund 30 Prozent gestiegen, wie die TK mitteilt. Die Zahlen beruhen auf der Auswertung der Versichertendaten der Kasse.

Im Ländervergleich liegt das Saarland damit knapp unterm Schnitt: Hier haben laut TK 2,1 von 1000 Versicherten ein entsprechendes Rezept erhalten, bundesweit waren es 2,2 Erwachsene. „Spitzenreiter“ in diesem Vergleich ist Rheinland-Pfalz mit rund 3 von 1000 Versicherten.

ADHS ist eine Krankheit, die eher mit Kindern verbunden wird. Zumal auch die Zahlen deutlich höher sind: Demnach haben im vergangenen Jahr 13,5 von 1000 Kindern und Jugendlichen eine entsprechende Verschreibung erhalten. In diesem Bereich sind aber laut TK die Zahlen am Sinken.

Die Kasse warnt Versicherte davor, einseitig auf Medikamente zu setzen: “Wichtig ist, dass die Krankheit nicht nur mit Medikamenten, sondern auch mit weiteren Maßnahmen, wie beispielsweise einer Psychotherapie, ergänzt werden – egal in welchem Alter“, sagt Daniel Konrad, Pressereferent der TK im Saarland