Die Kundgebung von IG Metall fand vor dem saarländischen Landtag statt. Foto: Mario Thurnes

Saarbrücken. 2500 Stellen in der saarländischen Stahlindustrie stehen zur Diskussion: 1500 Stellen sollen abgebaut, 1000 weitere Stellen outgesourct werden. Dagegen hat es drei Kundgebungen in Dillingen, Völklingen und Saarbrücken gegeben. Zusammen kamen über 10 000 Teilnehmer. Sie fordern Hilfe aus der Politik.

Vor dem saarländischen Landtag ist der Platz knapp bemessen. Die Kundgebung der IG Metall dehnt sich bis zum Fuße des Hügels aus, auf dem das Schloss steht. 1000 vielleicht 2000 Teilnehmer sind gekommen – am dritten von drei Protesttagen. Die Angst vor dem industriellen Kahlschlag ist greifbar.

Sogar die Klimaschutzbewegung “Fridays for Future” meldet sich zu Wort. Stahl sei eine Schlüsselressource, sowohl für Energie- wie für die Verkehrswende, schreibt die Hochschulgruppe an der Universität des Saarlandes auf WhatsApp. Auch die Gruppe hat zur Teilnahme der IG-Metall-Kundgebung aufgerufen.

“Wenn Umweltschutz dann bitte richtig”, sagt Lars Desgranges von IG Metall Völklingen in seiner Rede auf der Saarbrücker Kundgebung. Die Gewerkschaft hat ein Papier mit 14 Forderungen erarbeitet. Eine davon: “Importierter Stahl, der schlechtere Umweltwerte ausweist, als der in Europa gefertigte Stahl ist mit einer Umweltabgabe, einer Green-Border-Tax, zu besteuern.”

Die Gewerkschaft sucht die Hilfe der Politik: “Wir brauchen ein Investitions- und Konjunkturprogramm”, sagt Desgranges. CDU und SPD im Landtag unterstützten denn auch den Abwehrkampf. Bundesregierung und Europäische Union, so eine der 14 Forderungen, müssten mehr tun, um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Stahlindustrie zu sichern. Auch müsse die Politik die “Dekarbonisierung” der Stahlindustrie fördern.

Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) sieht die Stahlindustrie “am Scheideweg”. Es lohne sich für die Zukunft der Branche hierzulande zu kämpfen. Denn auch sie sieht den Stahl als Schlüssel in den Bemühungen um Klimaschutz: “Kein Windrad wird ohne Stahl gebaut werden.” Klimaschutz und eine aktive Wirtschaftspolitik seien kein Widerspruch, sondern müssten zusammen gedacht werden.