Draußen gibt es viel Spannendes. Foto: Der Dicke

In dieser Serie kommt das andere Ende der Leine zu Wort: Der Don. Der Dicke lügt, wenn er behauptet, ich würde Müll mögen. Denn: Ich liebe ihn: Spannung, Spiel und Schokolade. Ein gut gefüllter Abfalleimer ist mein Überraschungs-Ei.

Eines nachts stürmte es. Was darauf folgte, gehört zu den schönsten Tagen in meinem Leben: Noch bevor der Sturm losging, hatten die Leute die Gelben Säcke rausgelegt. Jetzt lagen sie zerstreut – teilweise aufgeplatzt – auf der Straße. Das war der Spaziergang schlechthin.

Der Dicke war genervt. Sonst brauchten wir 20 Minuten, um ins Büro zu gehen. Dieses mal fast eine Stunde. Und das auch nur, weil der Dicke mich nicht so machen ließ, wie ich wollte. Ich hätte drei Tage in dem Szenario verbringen können.

Wobei der Dicke immer mein Problem ist, wenn es um Müll geht. Er ist strikt dagegen. Zumindest dass ich etwas davon esse. Er kann sogar regelrecht laut werden, wenn ich es trotzdem tue. Dann schreit er was, von “Menschen”, die Giftköder auslegen. Ich halte das für eine Urban Legend. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand ein seelisch so armes Leben führt, dass er sich die Mühe macht, andere vergiften zu wollen.

Mir versaut das jedes mal die Tour. Zwischenzeitlich dachte ich, es geht dem Dicken darum, dass er das Essen haben will. Das hätte ich eingesehen. Schließlich ist er die Nummer eins des Rudels. Zumindest offiziell. Als ich am Schloss ein Butterbrot gefunden habe, stand ich vor ihm und habe es ihm angeboten. Und was passierte? Der Dicke hat es weggeworfen. Was für eine Verschwendung.

Der Dicke als Endgegner

Der Kampf um den Müll geht auch drinnen weiter. Einmal habe ich bei Freunden deren Abfalleimer geplündert. Da waren unter anderem Pflaumenkerne drin. Das war durchaus lecker, hat sich aber gerächt: beim Pfeifen. Gott, hat das wehgetan. Dass der Dicke seinen Spaß hatte und meinte, Strafe müsse sein, hat es nicht besser gemacht.

Der Dicke selber betreibt einen großen Aufwand mit seinem Müll. Er sucht permanent nach neuen Orten, von denen er glaubt, dass ich dort nicht an den Abfall herankomme. Für mich ist das meine Art eines Videospiels: Einige Level habe ich schon geschafft und es gehört zum Spiel dazu, dass es mit der Zeit schwerer wird. Und am Ende wartet der Dicke als Endgegner.

Nun hat sich meine Ernährungslage – zugegebenermaßen – ein wenig verbessert, seitdem ich aus Bosnien weg bin. Deswegen komme ich damit klar, an Essensresten auch mal vorbei zu gehen. Zumindest wenn der Dicke dabei ist.

Und wenn nicht? Kennt Ihr diese Werbung, wo Kinder scheinbar unbeobachtet vor einem Ü-Ei sitzen, es aber nicht essen dürfen? Und wisst Ihr, welche Verrenkungen sie anstellen, um es trotz der Versuchung nicht zu essen? Ja, so was, so was würde ich nie machen.

Der Dicke und ich, ich im Vordergrund. Selfie: Der Don

Weitere Folgen der Serie finden Sie hier