Quelle: Sandra Wiinternheimer

Nachrichten Ingelheim | Die Ingelheimerin Sandra Winternheimer bietet in verschiedenen Kursen Hundesport für Jedermann an. Ursprünglich kommt sie aus dem Agility Sport, den sie aber aufgrund einer Erkrankung ihrer Hündin nicht mehr ausüben konnte. Auf der Suche nach einer Alternative kam sie zu Hoopers. Was Hoopers ist, für wen es geeignet ist und welche Voraussetzungen es gibt hat sie BoostyourCity diese Woche erzählt.

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Hundesport auch für Mensch und Tier mit Handicap

Der Hund gilt als der beste Freund des Menschen und viele Hundehalter verbringen gern ihre Freizeit mit ihren Vierbeinern. Ausgiebige Spaziergänge, aber auch Hundesport stehen an der Tagesordnung. Doch irgendwann kommen viele an den Punkt, wo der Hundesport aufgrund von Alter oder Verletzungen nicht mehr ausgeübt werden kann. Vor allem für diese Situation eignet sich der Hundesport Hoopers besonders. Ursprünglich kommt Hoopers aus den USA, ist dort seit 1993 bekannt und inzwischen weit verbreitet. Ziel ist es, den Parcours aus Hoops (Bögen), Tunneln, Toren und Tonnen in der richtigen Reihenfolge zu absolvieren.

Geringere Verletzungsgefahr und gelenkschonend

Ein wesentlicher Unterschied zum klassischen Agility ist vor allem, dass der Hund den Parcours nicht auf Zeit abläuft. Im Gegensatz zum Agility ist auch die Verletzungsgefahr der Tiere deutlich verringert, da die Hindernisse nicht rutschig sind. Das ist gerade bei Regen ein großer Vorteil. Die Hindernisse müssen anders als beim Agility nicht überwunden, sondern durchlaufen beziehungsweise umlaufen werden. Hoopers arbeitet ohne Sprünge, daher ist das Konzept auch für Vierbeiner mit Gelenkerkrankungen sehr gut geeignet.

Für fast jeden Hund geeignet

Eigentlich eignet sich Hoopers für nahezu jeden Hund, ob Junghund ab etwa sechs Monaten oder den bereits in die Jahre gekommenen Hund. Einzige Voraussetzung ist, dass der Vierbeiner den gängigen Grundgehorsam beherrscht. Die Altersempfehlung ab etwa sechs Monaten ist bedingt dadurch, dass die Welpen erst mit etwa drei Monaten vom Muttertier getrennt werden. Der kleine Vierbeiner soll erst einmal im neuen Zuhause ankommen und eine Bindung zu seiner neuen Familie aufbauen.

Durch das Absolvieren des Parcours in moderatem Tempo und dadurch natürlichen Lauflinien kann auch ein Tier mit Einschränkungen problemlos Hoopers machen. Hunde die in jungen Jahren sehr sportlich waren, oder aber Hunde nach Gelenkschäden und Operationen können mit Hoopers trotzdem ausgelastet werden. Gerade Tiere mit Handicap können mit Hoopers wieder beweglicher und agiler werden und natürlich auch dauerhaft bleiben.

Größere Hunderassen sind von Natur aus etwas behäbiger und schwergängiger und daher besonders anfällig für Hüftdysplasie (HD). Gerade für diese Rassen ist es wichtig einen Sport zu betreiben, der die Gelenke schont und nicht noch zusätzlich belastet. Für sie ist Hoopers daher besonders gut geeignet.

Foto: Sandra Winternheimer

Auch geistig werden die Hunde ausgelastet

Hoopers lastet die Hunde aber nicht nur körperlich, sondern auch geistig aus. Die geistige Forderung besteht vor allem dadurch, dass das Tier permanent die volle Konzentration auf seinen Halter richten muss. Es darf sich nicht von äußeren Begebenheiten und Geräuschen beeinflussen und ablenken lassen.

Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass der Hundehalter seinen Hund aus einem festgelegten Führungsbereich durch den Parcours schicken muss. Der Halter selbst darf seinen Führungsbereich dabei nicht verlassen. Durch die Tatsache, dass der Halter sich in einem genau definierten Bereich aufhält, ist Hoopers auch für Hundebesitzer mit Handicap, beispielsweise einem Rollstuhl bestens geeignet. Sandra Winternheimer selbst hat sogar eine Kursteilnehmerin, die im Rollstuhl sitzt und mit Begeisterung und Bravour diesen Sport meistert.

Körpersprachliches Führsystem

Beim Hoopers gibt es unterschiedliche Führsysteme. Sandra Winterheimer arbeitet nach dem System Hoopers E´motion. Dies ist ein körpersprachlich geführtes Führsystem. Da der Hund rein durch die Körpersprache geführt wird, eignet sich diese Form sogar für taube Hunde. Körpersprache bedeutet, dass man mit Handzeichen oder der Ausrichtung des Körpers in eine bestimmte Richtung arbeitet. Der Hund lernt hier also immer auf seinen Halter zu achten, seine Aufmerksamkeit ist stets auf sein Herrchen fixiert. Diese Kommunikation zwischen Mensch und Tier ist natürlich auch außerhalb des Trainingsgeländes von Vorteil.

Wettkämpfe werden ebenfalls abgehalten

Seit Februar 2020 ist Hoopers vom Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) offiziell als Hundesport anerkannt. Inzwischen existiert eine Prüfungsordnung nach der, ähnlich wie in anderen Sportarten, Wettkämpfe abgehalten werden. Die Bewertung erfolgt über das Ablaufen der Hindernisse in korrekter Reihenfolge. Verlässt der Halter seinen definierten Führbereich, wird das Team disqualifiziert. Je nach Schwierigkeitsgrad variieren die Größe des Parcours und die Distanz zwischen Mensch und Tier.

Foto: Sandra Winternheimer

Eine Erkrankung ihrer Hündin brachte Sandra Winternheimer zu Hoopers

Auch Sandra Winternheimer kam an den Punkt, an dem sie den bis dahin ausgeübten Hundesport nicht mehr machen konnte. Ihre Hündin Leila bekam Arthrose und der Agility-Sport war für ihre Gelenke zu belastend. Bewegungsdrang und Energie waren aber trotzdem vorhanden.

Also suchte Sandra eine Alternative, die sie trotz der Erkrankung ihres Vierbeiners ausüben konnte und stieß auf Hoopers. Sowohl sie als Hundehalterin als auch ihr Hund waren begeistert vom neuen Sport und sie ließ sich zur Hoopers-Trainerin ausbilden. Ihre Ausbildung begann sie 2017 bei Katrin Werdin, einer der führenden Hoopers-Ausbilder in Deutschland. 2018 hat Sandra Winternheimer ihre Ausbildung mit einer bestandenen Prüfung abgeschlossen. Ihre Lizenz hat sie mit zwei weiteren Kursen 2019 und 2020 verlängert. Insgesamt vier Trainer hat Katrin Werdin nach ihrem Konzept ausgebildet und lizensiert. Es darf also nicht jeder nach ihrem Konzept ausbilden. Inzwischen ist Sandra Winternheimer selbstständige Hundetrainerin im Bereich Hoopers E´motion.

Kurse und Seminare an drei Standorten

Sandra Winternheimer bietet aktuell vier Kurse pro Woche an. Gruppenstunden finden aktuell zweimal pro Woche in Ingelheim statt. Zwei weitere Kurse veranstaltet Sandra Winternheimer beim Schäferhundeverein Mainz-Finthen und der Hundeschule von Anja Krieger in Gau-Heppenheim. Die Kurse bestehen aus jeweils fünf Teilnehmern. Jeder Kurs beinhaltet zehn Kursstunden mit jeweils 90 Minuten und kostet derzeit 50 Euro. Sie bietet aber auch Einzelstunden mit einem Hundehalter und maximal drei eigenen Hunden an. Diese dauern 60 Minuten und kosten 25 Euro.

Jeder Teilnehmer muss erstmal einen Einzelkurs buchen, damit Grundlagen erklärt werden können. Der Einzeltermin dient aber auch dazu Mensch und Tier kennenzulernen, damit die optimale Gruppenzusammensetzung gefunden werden kann. Es können auch Seminare zu bestimmten Themen, wie zum Beispiel Grundlagen für Einsteiger oder dem Parcoursaufbau gebucht werden. Die Seminare haben eine Teilnehmerzahl von fünf bis zehn Personen und dauern etwa fünf bis sechs Stunden. Die Kosten für ein Seminar belaufen sich auf 50 Euro.

Es gibt noch freie Plätze in den Kursen und auch Kapazitäten zusätzliche Gruppen zu bilden. Interessierte können sich nach Rücksprache auch gerne einmal ein Training oder eine Gruppenstunde bei ihr anschauen.

Ablauf einer Gruppenstunde

Je nach Leistungsstand der Teilnehmer, ob Einsteiger oder Fortgeschrittene, wird zu Beginn jeder Gruppenstunde der Parcours gemeinsam aufgebaut. Das stärkt auch das Miteinander der Hundehalter. Bevor es dann richtig losgeht, wird der Parcours im Detail besprochen und analysiert. Es werden die Laufrichtung und die einzelnen Stationen besprochen. Ebenfalls erklärt werden die Körperkommandos, also Zeichen die dem Hund gegeben werden.

Im Anschluss absolvieren alle Teilnehmer nacheinander den Parcours. Dies wird insgesamt dreimal wiederholt. Sandra Winternheimer beobachtet die Durchläufe und gibt Hilfestellungen oder Korrekturvorschläge.

Nachdem der Parcours am Kursende gemeinsam abgebaut wurde, wird noch einmal über die Gruppenstunde gesprochen. Jeder kann und sollte sein Feedback geben, was gut gelaufen ist, oder was vielleicht noch nicht so gut funktioniert hat. Jeder Teilnehmer hat natürlich die Möglichkeit, Wünsche für die kommenden Kursstunden zu äußern. Soweit möglich, kommt Sandra Winternheimer diesen Wünschen gerne nach.

Bei Junghunden sieht der Ablauf etwas anders aus. Die Welpen sollen die einzelnen Geräte spielerisch kennen lernen und dürfen zum Beispiel durch Tunnel laufen. Sofern schon ein Grundgehorsam vorhanden ist, wird das Distanzieren vom Hund geübt, was für den späteren Parcours unerlässlich ist. Das heißt, der Hund wird an einer Station abgesetzt und bekommt das Kommando sitzen zu bleiben, auch wenn sein Herrchen sich von diesem Punkt entfernt. Später wird er natürlich abgerufen, kommt zu seinem Herrchen und wird belohnt.

Foto: Sandra Winternheimer

Keine Einschränkungen durch Corona

Mit Beginn der Corona-Krise musste Sandra Winternheimer einige Wochen Zwangspause einlegen, inzwischen läuft ihr Kursbetrieb aber wieder normal und ohne Einschränkungen. Durch die Platzgröße ist das Einhalten der Abstandsregeln und das Umsetzen der Vorgabe von einer Person pro zehn Quadratmeter problemlos möglich. Trotzdem bittet sie darum, eine Alltagsmaske dabei zu haben, falls im Rahmen einer Erklärsituation der Mindestabstand kurzzeitig unterschritten werden muss. Grundsätzlich herrscht aber keine Maskenpflicht. Auch die Seminare und Einzelstunden finden wieder regulär statt. Auch hier die Bitte für den Fall der Fälle eine Alltagsmaske dabei zu haben, diese muss aber nicht permanent getragen werden.

Weitere Informationen über den Hundesport Hoopers erhalten Sie auf der Homepage oder unter den Kontaktdaten:

Sandra Winternheimer
Handy: 0151 – 161 409 69
Email: Hoopers.Sandra.W@gmail.com

Mehr über den VDH

Der Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) ist der Dachverband für insgesamt 180 Mitgliedsvereine. Er vertritt die Interessen aller Hundehalter in Deutschland. Bei allen öffentlichen Gremien ist der VDH der erste Ansprechpartner, wenn es um den Hund geht. Er existiert inzwischen seit mehr als 100 Jahren. Er kontrolliert die Rassestandards und Zuchtbestimmungen, aber auch die Tiergesundheit und den Tierschutz. Der VDH vertritt Deutschland in der Fédération Cynologique Internationale (FCI), dem Weltverband der Kynologie. Unter Kynologie versteht man die Lehre der Hunde. Der FCI verfasst die Rassestandards für jede einzelne Hunderasse.

 

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