Home Office gehört noch zu den leichteren Opfern, die während eines Hausarrests gebracht werden. Foto: Pixabay Janeb 13

Das Coronavirus hat Deutschland fest im Griff. Seit rund zwei Wochen sind Arbeitnehmer, welche die Möglichkeit haben im Homeoffice. Jetzt hat der Hamburger Zukunftsforscher Prof. Peter Wippermann sich zu dem Thema und möglichen Folgen der Coronakrise geäußert. Er ist der Meinung, dass die aktuelle Situation den digitalen Fortschritt der Arbeitswelt beschleunigt. Doch Wippermann geht mit seinen Theorien noch weiter und vermutet beispielsweise die Einführung einer Vier-Tage-Woche.

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Die Diskussionen über eine Vier-Tage-Woche werden kommen

„In naher Zukunft werden wir über die Einführung der Vier-Tage-Woche diskutieren. Denn die klassische Arbeitszeit ist geprägt von der Industrialisierung der Wirtschaft. Das ändert sich durch die Digitalisierung. Heute erledigen wir anfallende Arbeitsmengen in anderen Zeitblöcken als früher, vielleicht werden wir an wenigen Tagen viele Stunden im Home-Office arbeiten. Mobiles Arbeiten bedeutet, dass wir zu verschiedenen Zeiten an unterschiedlichen Orten arbeiten.“, so Wippermann in einem Interview dem Kundenmagazin proFit der Krankenkasse BKK VBU.

Höheres Einkommen und soziales Ansehen durch Homeoffice

Arbeitnehmer, welche die neuen Strukturen beherrschten, würden durch höhere Einkommen und soziales Ansehen vom Homeoffice-Boom profitieren. Die Gesellschaft müsste aber auch auf Berufsgruppen wie Pfleger und Kassierinnen achten, die nicht von zuhause aus arbeiten können. Diese Berufsgruppen werden wirtschaftlich nicht profitieren, solange die Arbeitgeber und Gewerkschaften keine Lösung finden. Wippermann geht davon aus, dass vor allem die Kassierinnen und Kassierer heute noch gefeiert und morgen wegrationalisiert werden. Das Supermarkt-Format Amazon Go sei in den USA mittlerweile etabliert.
„Wir sehen aber, dass die neuen Technologien für Heranwachsende die reale Umwelt ist, an die sich die vorherige Generation anpassen muss. Je älter die Gruppen sind, umso fremder werden ihnen die neuen Technologien. Zwar haben die Älteren inzwischen Facebook im Griff. Aber zum Videoportal TikTok finden sie definitiv keinen Zugang, weil sie es gar nicht verstehen. Videostreamings sind für Schüler heute eine Art Bildungsrealität. Für viele Eltern und Großeltern bedeuten sie Böhmische Dörfer, wenn man diesen Ausdruck noch nutzen darf.“, erklärt Wippermann

Wippermann vermutet gespaltene Gesellschaft nach Corona

Wippermann vermutet einen deutlichen Riss, der die Gesellschaft spalten könnte. Einige Arbeitnehmer können wahrscheinlich mit der rasant fortschreitenden Modernisierung mithalten. Für andere Arbeitnehmer, die nicht Digital arbeiten, dürften es schwierig werden, in der mordernen Berufswelt Schritt zu halten. In dem Interview spricht Wippermann von einer Polarisierung der Gesellschaft. „Es wird zu erhöhter Spannung kommen zwischen denjenigen, die in der Lage sind, in ihrem beruflichen Umfeld die digitalen Technologien zu nutzen, und denjenigen, die in der sogenannten ersten Realität ihre Arbeitsplätze haben, etwa Pfleger oder Kassiererinnen.“

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