Symbolfoto: Pixabay

Das letzte Jahr war in vielen Regionen Deutschlands zu warm und dementsprechend auch zu trocken. Die Auswirkungen auf unsere Wälder werden dabei immer deutlicher. Dichte, grüne Blätterdächer sind vielerorts schon längst Vergangenheit. Stattdessen sind die Wälder von lichten Stellen, abgeplatzer Rinde und Baumskeletten geprägt. Von einer drastischen Verschlechterung des Zustands berichten viele Bundesländer in ihren aktuellen Waldzustandsberichten.

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In Hessen erreicht die Zahl der beschädigten Baumkronen 2019 den höchsten Wert seit Beginn des Waldsterbens im Jahr 1984. Etwa 1,8 Millionen Kubikmeter von Borkenkäfern befallenes Holz musste im südlichen Niedersachsen entfernt werden. Normalerweise wird die selbe Menge jährlich in ganz Niedersachsen nachhaltig geerntet. Auch große Waldflächen in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und im Norden Bayerns sind von Schädlingsbefall und den Folgen der Trockenheit betroffen.

Die schwierige Aufgabe der kommenden Jahre stellt die Wiederbewaldung und der Aufbau klimastabiler Wälder dar. Schon über Gereationen leisten viele Waldbesitzer und Förster hierbei einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft. Sie bewirtschaften ihre Wälder nach den strengen Richtlinien der Waldschutzorganisation PEFC. Zunehmend wird sich aber der Rest der Bevölkerung der eigenen Verantwortung und der Bedeutung gesunder Wälder bewusst. Die Frage, was man selbst tun kann um den Wäldern zu helfen, stellen sich viele Menschen immer häufiger.

Dazu hat die PEFC fünf erfahrene Förster/innen gefragt, die ihre Wälder schon lange Zeit beispielhaft und nachhaltig bewirtschaften.

Tipp 1: Teilnahme an Baumpflanzaktionen
„Viele Bürger möchten sich selbst engagieren und gerne Bäume pflanzen, um dem Wald und dem Klima etwas Gutes zu tun. Viele Forstämter und -betriebe – auch wir in Remscheid mit unserer Waldgenossenschaft – bieten im Jahr 2020 wieder Pflanzaktionen an, an denen man gerne teilnehmen kann. Infos dazu gibt es im lokalen Forstamt, in lokalen Medien oder auch unter treffpunkt-wald.de. Gepflanzt wird in der Regel in den Frühjahrsmonaten bis ca. Ende April und dann wieder im Herbst ab September.“, sagt Markus Wolff, Geschäftsbereichsleiter Technische Betriebe Remscheid / Förster im Stadtwald Remscheid (Nordrhein-Westfalen)

Tipp 2: Verantwortungsvoller Umgang mit Holz
„Manche Menschen denken, es könnte besser sein, gar keine Holzprodukte oder auch Weihnachtsbäume aus dem Wald zu nutzen und wollen auf diese Weise die Umwelt schützen. Dabei gibt es aus Klimagesichtspunkten gar keinen besseren Rohstoff als Holz. Baumstämme z.B. als Baumaterial für Häuser, Brücken, Möbel etc. binden langfristig CO2, während die Fertigung von Produkten aus Plastik oder Beton erst einmal CO2 und auch ganz andere Umweltprobleme verursacht. Die Nutzung von Holz aus nachhaltigen Quellen hilft dabei, der Atmosphäre CO2 zu entziehen und langfristig in Holzprodukten zu binden.“, so Michael Selmikat, Revierleiter Stadtforst Wernigerode (Sachsen-Anhalt)

Tipp 3: Nicht im Wald rauchen
„Es klingt eigentlich trivial, kein Feuer im Wald zu machen oder zu rauchen, aber noch immer entstehen rund 40 Prozent der Waldbrände durch unvorsichtiges Verhalten von Menschen. Und in den letzten Jahren haben wir festgestellt, dass Waldbrände sogar zu Zeiten entstehen, in denen man nicht unbedingt damit rechnet, etwa in trockenen Wintern.“, rät Philipp Bahnmüller, Bayerische Staatsforsten, Leiter Forstbetrieb Schnaittenbach (Bayern)

Tipp 4: Beim Kauf von Produkten aus Holz die Herkunft beachten
„Immer wieder schockieren Nachrichten von illegalem Tropenholz in deutscher Grillkohle oder von Morden an rumänischen Förstern, die sich für den Erhalt der letzten europäischen Urwälder einsetzen. Wer beim Einkauf auf das PEFC-Siegel achtet, egal ob bei Verpackungen, Grillkohle oder Möbeln, unterstützt die nachhaltige Waldbewirtschaftung und schützt damit Wälder vor der Haustür und rund um die Welt!“, äußert sich Björn Neugebauer, Revierleiter Gemeindewald Wehrheim (Hessen)

Tipp 5: Kommende Generationen für das Ökosystem Wald begeistern
„Geht mit Euren Kindern in den Wald! Zeigt ihnen dieses besondere Ökosystem und wie spannend es ist, in ihm zu spielen. Was Eure Kinder kennen, werden sie einmal wertschätzen. Wenn sie dann groß genug sind, werden sie sich für die Erhaltung unserer Wälder interessieren und einsetzen. Zeigt ihnen, was der Wald für uns alle tagtäglich leistet und woher das Holz für die vielen tollen Produkte kommt, die Ihr täglich nutzt.“, meint Victoria Marks, Niedersächsische Landesforsten, Forstamt Clausthal (Niedersachsen)

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