Symbolfoto: Pixabay

Nachrichten Wiesbaden | Die warmen Temperaturen sorgen dafür, dass die Bienen in diesem Jahr besonders früh schwärmen. Doch hohle Bäume, in denen Bienen sich gerne ansiedeln, um ihre Brut aufzuziehen, gibt es in der Umgebung immer seltener. Daher kommt es immer häufiger vor, dass die Bienen sich Hohlräume in Gärten, Rolladenkästen oder Garagen suchen. Doch die Menschen fühlen sich dadurch gestört und wollen die ungebetenen Gäste eigentlich nur los werden.

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Menschen fühlen sich bedroht

Ein Bienenschwarm ist ein beeindruckendes Schauspiel. Zehntausende Bienen schwirren durch die Luft und erfüllen sie mit einem lauten Brummen, doch genau davon fühlen sich viele Menschen bedroht.

Besonders im Frühjahr entwickeln sich Bienenvölker stark. Jeden Tag legt die Königin bis zu 2.000 Eier, aus denen dann nach 21 Tagen die jungen Bienen schlüpfen. Wenn es dann im Stock zu eng wird, zieht die alte Königin mit einem Teil der Besatzung aus und sucht sich eine neue Unterkunft. Eine neue Königin übernimmt das Kommando und sorgt dann für Nachwuchs.

Meist sammelt sich der Schwarm in der Nähe des verlassenen Stocks zunächst an einem Baum oder Strauch. So lange, bis Kundschafter-Bienen einen Ort gefunden haben, der als zukünftige Bleibe geeignet ist. Doch in unserer technisierten Landschaft ist es für die Tiere nicht einfach überhaupt eine Behausung zu finden. Das bedeutet dann, dass die Bienen dem sicheren Untergang geweiht sind, wenn sie nicht in die Betreuung eines erfahrenen Imkers kommen.

Wiesbadener Imkerverein richtet „Bienenschwarm-Telefon“ ein

„Bienenschwärme haben nur in der Betreuung von Imkern eine echte Überlebenschance“, erklärt der Vorsitzende des Imkervereins Wiesbaden, Siggi Schneider. „Nicht nur, dass sie so gut wie nie eine geeignete Bleibe finden, sie werden auch von Parasiten und Krankheiten bedroht. In Deutschland gibt es deshalb so gut wie keine freilebenden Honigbienenvölker, die den Winter überstehen. Eine Überlebenschance haben sie nur in der Betreuung durch einen Imker, der für die Bienengesundheit sorgt und auch dafür, dass das Volk ausreichend Futter hat, um die blütenlose Zeit gut zu überstehen“, so Schneider.

Um die Bienen zu retten, hat der Imkerverein Wiesbaden nun ein „Bienenschwarm-Telefon“ eingerichtet. Dieses ist unter der Telefonnummer 0177 – 167 11 75 zu erreichen. Erfahrene Imker werden dann vorbei kommen und die Bienen in Obhut nehmen.

Mehr über den Imkerverein

Der Imkerverein Wiesbaden hat rund 280 Mitglieder. Sie pflegen im Stadtgebiet Wiesbaden mehr als 1.300 Bienenvölker. Diese sichern die Bestäubung der heimischen Pflanzenwelt, denn etwa 80 Prozent aller Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung durch Bienen und Insekten angewiesen.

 

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