Symbolbild Bundespolizei Bahnhof

Bexbach. Masken tragen oder nicht? Aus der gesundheitlichen Frage wird eine Art Kulturkampf, wie die Demonstration am Wochenende in Berlin gezeigt hat. Dieser Kampf wird besonders oft in Zügen ausgetragen. Nun will und soll die Bahn härter gegen die Verweigerer vorgehen.

-Werbung-

In der Bahn gilt das Gebot, eine Maske zu tragen. Grundsätzlich. Doch wer sich auf der Schiene bewegt, erlebt, wie viele sich dieser Schutzmaßnahme verweigern. Da will die Bahn nun durchgreifen. Wie Bild.de berichtet, will sie den Einsatz der „Sicherheitsteams“ verdoppeln – von 60 auf 120 Einsätzen in Fernzügen täglich.

Doch diese Kontrollen haben es in sich. Ohnehin ist die Zahl der Übergriffe auf Zugbegleiter gestiegen: auf bundesweit knapp 2600 Angriffen im vergangenen Jahr, wie die saarländische CDU-Landtagsfraktion mitteilt. Nun vergiftet auch noch Corona die Atmosphäre.

Daher appellieren die zuständigen Sprecher der CDU – Sarah Gillen, Marc Speicher und Raphael Schäfer – die Zugbegleiter dürften mit dieser Aufgabe nicht alleine gelassen werden: „Bereits jetzt sind die Zugbegleiter vielen verbalen wie körperlichen Angriffen ausgesetzt.“

Einsatz für die Bundespolizei

Die CDU bittet die Bundespolizei, verstärkt in Zügen präsent zu sein: „Die Anwesenheit der Polizei hat einen präventiven Effekt und die Polizisten haben andere Möglichkeiten bei Missachtung der Vorschriften gegen die betroffenen Personen vorzugehen.“ So würden Personal und Fahrgäste gleichermaßen geschützt. In den Städten und Gemeinden gingen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes ja auch gemeinsam mit Polizisten zu den Kontrollen. Demnächst werde es ein Gespräch zwischen CDU-Vertretern und der Bundespolizei in Bexbach geben.

Die Bahn wird diese Vorschläge umsetzen. Zumindest teilweise. In den „Sicherheitsteams“ gehen Bundespolizisten mit auf Streife. Im Zusammenhang mit der Berliner Demonstration sei das schon durchgeführt worden, zitiert Bild.de einen Bahnsprecher. Es sei dadurch weder zu Zwischenfällen noch zu gravierenden Verspätungen gekommen.

Doch die Bundeskanzlerin hat gemeinsam mit den Ministerpräsidenten eine Strafe für Maskenverweigerer in der Bahn beschlossen: Dies soll rechtlich als „erhöhtes Beförderungsentgelt“ behandelt werden. Ein solches müssen derzeit zum Beispiel schon Schwarzfahrer bezahlen. Allerdings steht in dem Beschluss, vorerst solle nur geprüft werden, ob eine solche Strafe kommen soll.

Wie bei den Schwarzfahrern auch könnten die Zugbegleiter eine solche Strafe von Maskenverweigerern vor Ort kassieren. Erst wenn es dabei zu Konflikten kommt, soll die Bundespolizei alarmiert werden. Fährt jemand schwarz und kann die Strafe nicht bezahlen, folgt eine Strafanzeige.