Das Bild, entstanden um 1900, zeigt den Cramer-Klett-Platz 18 - ehemaliger MAN-Kindergarten (Quelle: Archiv der Baugenossenschaft Mainspitze eG)

Nachrichten Ginsheim-Gustavsburg | Bereits im Frühjahr erhielt der Vorsitzende des Fördervereins der Cramer-Klett-Siedlung eine Anfrage, einen Fachartikel mit praktischen Restaurierungstipps für eine überregional vierteljährlich erscheinende Zeitschrift zu schreiben.


Fokus auf ehemalige Werks- und Arbeitersiedlungen

Eine Fachzeitschrift, welche sich mit besonderes Schwerpunktthemen auseinandersetzt. So richtet die aktuelle Ausgabe ihren Schwerpunkt auf ehemalige Werks- und Arbeitersiedlungen und deren spezifische Probleme und Herausforderungen aus Sicht der heutigen Eigentümer, sowie der Denkmalpflege. Die ehemalige Arbeitersiedlung im Stadtteil Gustavsburg ist mit der Veröffentlichung des Fachartikels weit über die Stadtgrenzen bekannt geworden.

Matthias Welniak, welcher selbst seit 2012 im Besitz eines kleinen Siedlungshäuschens ist, kann sich gewiss auf eigene Erfahrungen bei der Durchführung von Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen beziehen. Überdies beschäftigt sich der 49-Jährige Gustavsburger bereits seit einigen Jahren mit der Geschichte der ehemaligen Arbeitersiedlung, welche in den Jahren 1896 bis 1906 um den Cramer-Klett-Platz errichtet und heute einen sehr großen sozial- und baugeschichtlichen Wert besitzt.

Freiherr von Cramer-Klett war seiner Zeit weit voraus

Es ist auch nicht nur die Geschichte der Arbeitersiedlung, die Welniak so begeistert, sondern eben auch die Lebensgeschichte des Namensgebers Freiherr von Cramer-Klett. Cramer-Klett war nicht einfach nur ein Unternehmer, sein Umgang mit seinen Fabrikarbeitern und Angestellten war seiner Zeit weit voraus, so war der Begriff Lohn- und Sozialpolitik noch ein Fremdwort. Bis zu den ersten staatlichen Versicherungsgesetzen, wie dem Krankenversicherungsgesetz (1883) oder der Unfallversicherung (1884), war Cramer-Klett die Arbeiterfürsorge ganz besonders wichtig.

Ein weiteres Beispiel für sein soziales Engagement ist der unmittelbar verbundene Kindergarten in die Cramer-Klett-Siedlung. Umso mehr überrascht es Welniak, dass der Name Cramer-Klett, trotz der großen Bedeutung, die er für die Industrialisierung in Deutschland hatte, so stark in Vergessenheit geraten konnte.

Der Fachartikel kann auf der Internetpräzens des Fördervereins unter https://cramer-klett-siedlung.de/fachartikel eingesehen werden.

Matthias Welniak zeigt seinen Fachartikel, welcher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Restaurator im Handwerk“ veröffentlicht wurde. (Foto: Förderverein CKS Gustavsburg e.V.)