Nachrichten Mainz | Großveranstaltungen sind noch bis Ende des Jahres untersagt. Das haben Bund und Länder an diesem Donnerstag in einer Videokonferenz beschlossen. Boost your City hat an diesem Freitag mit Marco Sottile, dem ersten Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Mainzer Schausteller und Marktbeschicker (IMSM) gesprochen.

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Seit 9 Monaten ohne Einnahmen

Schon seit fast neun Monaten müssen die Schausteller ohne Einnahmen und ohne staatliche Hilfen auskommen. Ein Zustand, der für viele von ihnen nicht mehr lange tragbar ist. Bis jetzt haben die Schausteller lediglich die Soforthilfe erhalten. Doch das reicht nicht aus, um die Betriebe am Leben zu halten. Sottile geht davon aus, dass rund 40 Prozent der Schaustellerbetriebe es nicht schaffen werden, sollten keine weiteren Hilfen kommen. „Das ist wirklich traurig bei einer über 1.200 Jahre alten Tradition“, so der Schausteller.

Man hätte vorher mit den Schaustellern sprechen müssen

Marco Sottile kritisiert, dass im Vorfeld nicht ausreichend mit den Betroffenen gesprochen wurde. Die Städte und Kommunen hätten seiner Ansicht nach vorher mit den Schaustellern sprechen müssen, um zu klären was möglich ist und was nicht. „Da bin ich ein bisschen enttäuscht von dem was bis jetzt passiert ist.“, so Marco Sottile.

„Man sollte sich dringend mit den Schaustellern zusammensetzten und mit den Verbänden, die über Generationen diesen Job ausüben und wissen wo man vielleicht etwas nachsteuern kann. Man sollte nicht einfach absagen ohne darüber nachzudenken welche Existenzen da dran hängen.“, sagt der Schausteller.



Die Hechtsheimer Kerb ist nicht das Münchner Oktoberfest

„Man hätte vielleicht auch erstmal definieren sollen, was genau denn Großveranstaltungen sind. Ich würde die Kerben in den Mainzer Vororten nicht als Großveranstaltung werten.“, so Marco Sottile. Man könne die Hechtsheimer oder Bretzenheimer Kerb nicht mit dem Oktoberfest in München vergleichen. „Wir haben letzte Woche in Mombach gezeigt, dass eine kleinere Veranstaltung durchführbar ist mit den Hygieneregeln. Und auch jetzt in Laubenheim bin ich überzeugt, dass das ohne Probleme machbar ist.“, betont er.

Der Weihnachtsmarkt ist keine Großveranstaltung

Die Schausteller hoffen auch weiterhin darauf, dass Weihnachtsmärkte stattfinden können. Für viele wäre das die letzte Rettung. „Wir hoffen natürlich, dass wir die Weihnachtsmärkte beschicken können, denn der Weihnachtsmarkt ist keine Großveranstaltung. Das ist ein Spezialmarkt wie auch der Wochenmarkt in Mainz zum Beispiel, den ich mir öfters angeschaut habe. Der hat auch in der schlimmsten Pandemiezeit während des Lockdowns stattgefunden. Aus diesem Grund hoffe ich, dass man in der Stadt hier und auch in anderen Städten Deutschlands die Weihnachtsmärkte zulässt.“, erklärt der Schausteller.

Er bleibt dabei aber auch realistisch und rechnet nicht damit, dass die Weihnachtsmärkte in gewohntem Rahmen stattfinden können. Doch er ist davon überzeugt, dass der Weihnachtsmarkt durchführbar wäre, wenn man diesen entzerrt und die Hygieneregeln einhält.

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