So würde Deutschland momentan wählen. Grafik: ZDF/ Forschungsgruppe Wahlen

Mainz. 89 Prozent der Befragten bescheinigen der Bundesregierung eine gute Arbeit in der Corona-Krise. Das ist ein Ergebnis des Politbarometers, das die Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF durchgeführt hat. Die am Krisenmanagement beteiligten Politiker erhalten deutlich verbesserte Bewertungen.

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Die Maßnahmen, mit denen die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden sollen, werden laut der Umfrage akzeptiert: 75 Prozent der Befragten halten sie für „gerade richtig“. 20 Prozent meinen, sie müssten noch härter ausfallen und nur 4 Prozent der Befragten halten sie für „übertrieben“. Die Beschränkungen der Bewegungsfreiheit halten sogar 95 Prozent der Befragten für „angemessen“.

Ebenfalls beliebt ist der Rettungsschirm für die Wirtschaft: 74 Prozent der Befragten halten die Direkthilfen und Krediterleichterungen für „gerade richtig“. 18 Prozent meinten, die Regierung könne da noch mehr tun. 2 Prozent halten die Hilfen für „zu viel“.

Die Ergebnisse lassen sich auch dadurch erklären, dass sich deutlich mehr Menschen Sorgen um ihre eigene Gesundheit machen. So fürchten laut Umfrage nun 52 Prozent, Probleme mit Covid-19 zu bekommen. In der ersten Umfrage im März waren dies nur 20 Prozent. Besonders hoch ist die Angst in der Gruppe der 60- bis 69-Jährigen: 67 Prozent befürchten in der, an Covid-19 zu erkranken.

SPD profitiert nicht von Lage

Die Lage schlägt auch auf die politische Umstände durch: Besonders profitiert die Partei der Kanzlerin von der Situation. Die Union kommt in der Sonntagsfrage auf 33 Prozent, das sind sieben Prozentpunkte mehr als in der letzten Umfrage – und es ist der beste Wert seit fast zwei Jahren. Laut ZDF ist es der höchste Anstieg, den es je in einem Politbarometer gegeben hat.

Offensichtlich wandern in der Krise konservative Wähler zurück zur Union. Denn am stärksten verlor die AfD: Sie kommt auf 10 Prozent – 4 Prozentpunkte weniger als in der Umfrage davor.

Auch das Spitzenpersonal profitiert von der Krise: In der Beurteilung nach Sympathie und Leistung legen alle deutlich zu: Die Kanzlerin hat ihren Wert innerhalb einer Umfrage von 1,4 auf 2,3 verbessert und liegt damit an der Spitze der wichtigsten Politiker. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist auf Platz zwei hochgeschossen mit einer Verbesserung seines Wertes von 0,8 auf 1,8. Gesundheitsminister Jens Spahn ist mit 1,7 zurück in die Top Ten gekehrt und belegt dort Platz drei.

Finanzminister Olaf Scholz folgt auf Platz vier und hat sich von 0,9 auf 1,6 verbessert. Seine Partei profitiert indes nicht davon: Die SPD ist in der Sonntagsfrage um einen Prozentpunkt auf 15 Prozent gesunken. Die beiden Vorsitzenden der Partei, die sich vor gut 100 Tagen gegen Scholz in der Mitgliederbefragung durchgesetzt haben, kommen im Vergleich der wichtigsten Politiker nicht vor.

Weitere Ergebnisse stellt das ZDF an diesem Freitag unter anderem im Heute Journal vor.

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