Der Vorsitzende des DGB Rheinland-Pfalz/Saarland, Dietmar Muscheid. Foto: DGB RLP/Saarland

Mainz. Die Situation könnte kaum absurder sein: Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig die Gesundheitsversorgung ist. Und trotz und sogar wegen der Pandemie sind viele Krankenhäuser in Not geraten und stehen mitunter sogar vor dem Aus. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Gewerkschaftsbund DGB fordern daher jetzt ein Umdenken.

-Werbung-

Die Pandemie bedeutete für die Krankenhäuser höhere Kosten. Etwa weil die Preise für Schutzmasken, die den Anspruch der Kliniken erfüllen, deutlich gestiegen sind. Außerdem sind viele Operationen ausgefallen, an denen die Krankenhäuser gut verdienen. Ihre Mischkalkulation ist dadurch über den Haufen geworfen worden. Viele Krankenhäuser – vor allem auf dem Land – bringt das in finanzielle Not.

An diesem Punkt setzen die Gewerkschaften an: „Wir dürfen die wichtige Aufgabe einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung zukünftig nicht mehr so stark den Kräften des Marktes überlassen“, sagt Dietmar Muscheid, Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes DGB Rheinland-Pfalz/Saarland. Es sei ein Irrweg, die Kosten für Behandlungen durch Fallpauschalen begrenzen und Krankenhäuser in einen Wettbewerb treiben zu wollen. Statt auf ein Gegeneinander wollen die Gewerkschaften auf ein Miteinander setzen.

Masterplan soll in Mainz entstehen

Dafür soll ein „Masterplan Krankenhaus“ erstellt werden. Den möchte der DGB zusammen mit dem Landtag, der Universitätsmedizin Mainz und der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz erstellen. Zwar werde Gesundheitspolitik vorwiegend im Bund gemacht. Aber auch im Land gebe es Hebel, an denen die Gewerkschafter ansetzen wollen.

Frank Hutmacher denkt an das Zusammenspiel zwischen ambulanter und stationärer Behandlung. Er ist der zuständige Fachbereichsleiter bei der Gewerkschaft Verdi Rheinland-Pfalz.Die Idee: In den Städten soll es die Spezialisten geben, die in ihren Bereich ein Spitzenniveau erreichen. Auf dem Land soll die Grundversorgung erhalten bleiben. Sprich: Das Krankenhaus vor Ort soll nicht schließen.

Zu diesem Zweck sollen die Fachärzte in das Angebot der Krankenhäuser integriert werden. Das sei vor allem für den ländlichen Raum wichtig. Denn dort sei es kaum noch möglich, ausreichend Fachärzte anzusiedeln.

Auch soll mehr Geld für das Personal der Krankenhäuser ausgegeben werden. Derzeit halten die Kliniken laut Hutmacher den gesetzlichen Arbeitsschutz nicht ein. Zudem müssten Pflege- und Assistenzberufe besser bezahlt werden.

-Werbung-