Christoph Zeis (4.v.l.) erläutert die Technik der neuen Heizzentrale. Mit dabei sind (v.l) Steffen Wolf (Erster Kreisbeigeordneter Mainz-Bingen), VG-Bürgermeister Steffen Unger, Landrat Ernst Walter Görisch, Kreisbeigeordneter Klaus Mehring, Bürgermeister Heiner Illing, MdL Heiko Sippel und Schulleiterin Nadja Wilmer. | Foto: Simone Stier

Eine gemeinsame Heizzentrale, an deren Nahwärmenetz die Realschule plus am Alten Schloss, die Petersberghalle sowie der Bauhof angeschlossen sind, hat die Energiedienstleistungs-Gesellschaft Rheinhessen-Nahe (EDG) in Gau-Odernheim errichtet.

Ein Holzpelletheizkessel sowie ein Gasspitzenlastkessel versorgen jetzt die drei Gebäude effizient und klimafreundlich mit Energie. Die Kosten für die neue Anlage betragen inklusive Nahwärmeleitungen und Unterstationen rund 679.000 Euro.

200.000 Euro Fördermittel

Seitens der EDG wurde die Heizzentrale um ein Blockheizkraftwerk ergänzt, dessen Kosten in Höhe von rund 79.000 Euro anteilig von den Vertragspartnern getragen werden. Zur Umsetzung des Klimaschutzprojektes erhält der Landkreis eine Förderung des Bundes in Höhe von 200 000 Euro aus dem Fördertopf „Ausgewählte Maßnahme im Rahmen des Klimaschutzmanagements“ über den Projektträger Jülich.

Als Fördervoraussetzung muss die Anlage fünf Jahre lang im Eigentum des Landkreises stehen und kann im Anschluss an die EDG übertragen werden. Die Verbandsgemeinde Alzey-Land und die Ortsgemeinde Gau-Odernheim beteiligen sich über einen erhöhten Wärmegrundpreis an der Investition.

„Nachdem sich die Landkreise Alzey-Worms, Mainz-Bingen und Bad Kreuznach im Rahmen eines Klimaschutzkonzeptes verpflichtet haben, bis zum Jahr 2050 zur Null-Emissions-Region zu werden, ist die klimafreundliche  Energieversorgung von Schulen und öffentlichen Gebäuden ein wichtiger Schritt, um dieses Ziel zu erreichen“, betonte Landrat Ernst-Walter Görisch bei der Inbetriebnahme des Bioenergie-Kraftwerkes.

Mit Unterstützung des Bundes und dem technischen Knowhow der EDG sei es gelungen, die neue Heizzentrale als ein zukunftsweisendes Leuchtturm Projekt zu realisieren, an dem drei Gebietskörperschaften beteiligt seien.

Energie in öffentlichen Gebäuden mittels erneuerbarer Energie

Das für die Nahwärmeversorgung auch im Landkreis Alzey-Worms zuständige kommunale Unternehmen aus Nieder-Olm habe es sich zum Ziel gesetzt, die Energieversorgung in öffentlichen Gebäuden unter Effizienzgesichtspunkten mittels erneuerbarer Energien und Energieeinsparung zukunftsgerichtet zu realisieren.

„Ich freue mich, dass die interkommunale Kooperation bei der Umsetzung des Projektes gelungen ist“, so der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Alzey-Land, Steffen Unger. Die neue Anlage trage dazu bei, Heizkosten zu reduzieren und minimiere den Aufwand für den Einzelnen:

„Künftig sorgt die EDG dafür, dass hier die Energieversorgung läuft.“

Der Gau-Odernheimer Bürgermeister Heiner Illing dankte für die Umsetzung des Projektes. Die Sanierung der Petersberghalle stehe an, somit ersetze die neue Technik die in die Jahre gekommene marode Heizung der Halle zum idealen Zeitpunkt. „Die neue Heizzentrale eröffnet die Möglichkeit, benachbarte Verbraucher bedarfsgerecht zu versorgen und Kostenvorteile, die aus dem Ankauf größerer Energiemengen erwachsen, weiterzugeben“, betonte EDG-Geschäftsführer Christoph Zeis.

Darüber hinaus werde eine Kohlendioxid-Einsparung von mehr als 70 Prozent erreicht.“ 70 Prozent des erzeugten Stroms werde für den Eigenverbrauch genutzt, 30 Prozent im Netz eingespeist. „Die Bildung von Quartiersclustern auf Basis von Nahwärmenetzen ist die Zukunft effizienter Energieversorgung“, so Zeis.