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Nachrichten Frankfurt | Nach rund einem halben Jahr Verhandlungsdauer wurde an diesem Montag von der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Frankfurt das Urteil in dem Mordprozess um die „Tote im Niddapark“ gesprochen. Der Szene-Gastronom Jan Mai wurde wegen heimtückischen Mordes zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt.

 


Er habe sich außerdem durch den Mord zumindest vorübergehend erheblicher finanzieller Forderungen entledigen wollen, hieß es im Urteil. Für das Gericht ist das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, denn die Kellnerin Irina A. war arglos und wehrlos. Der Angeklagte hatte Geldsorgen und war pleite, so das Gericht.

Mit 21 Stichen brutal getötet

In der Verhandlung ging es um den Mord an der 29 Jahre alten Irina A. Nach Überzeugung der Richter hatte der Gastronom seine Geschäftspartnerin im Mai 2018 im Niddapark mit 21 Messerstichen getötet. Er habe unzählige Male auf ihr Gesicht eingeschlagen und eingestochen. 13 Stiche trafen in den Nacken, weitere in Hals und Brust. Mehrere Wirbel waren verstümmelt und eine Bandscheibe sowie das Rückenmark durchtrennt.

Hämatome, Schnitte und Brüche an Armen und Händen deuteten darauf hin, dass sich das Opfer gewehrt hatte. Auf der Wiese im Niddapark habe er sie liegen lassen. Irina A. wurde zunächst als vermisst gemeldet. Am nächsten morgen wurde die Leiche von Spaziergängern gefunden.

Die Beweislage war eindeutig

Fast 30 Verhandlungstage hatte der Angeklagte geschwiegen und sich nur schriftlich geäußert. Er behauptete immer wieder nichts mit dem Mord an seiner Geschäftspartnerin zu tun zu haben. „Festzustellen ist, dass Jan Mai ein Mörder ist.“ so Richter Volker Kaiser-Klan. Er spricht von „angepasstem Aussageverhalten“ und einer „Vielzahl unwahrer Angaben“.

Die Beweise waren erdrückend. Der Gastronom hatte kein Alibi. WhatsApp Nachrichten hatte er im Tat-Zeitraum nicht beantwortet. Hinzu kamen fadenscheinige Erklärungen, Blutspuren, und Geld-Not. „Der Angeklagte ist unzweifelhaft schuldig am Mord an Irina“, so die Staatsanwaltschaft. Seine Blutspuren am Fuß und dem Schuh des Opfers sowie DNA Rückstände unter ihren Fingernägeln gaben weitere Rückschlüsse auf ihn als Täter.

Der Angeklagte erzählte vor Gericht, dass sich eine dritte Person mit der 29-Jährigen in dem Park verabredet hatte. Da sie am frühen Morgen der Mordnacht noch nicht wieder in ihre Wohnung zurückgekehrt sei, sei er mit dem Motorrad zum Niddapark gefahren. Dort habe er ihre Leiche im halbhohen Gras einer „Hundewiese“ gefunden. Aus Angst vor Unannehmlichkeiten habe er die Polizei nicht informiert.