Symbolbild Fahrschule | Pixabay

Nachrichten Wirtschaft | Die Fahrschulen in Deutschland haben sich mit umfangreichen Schutzmaßnahmen auf die Wiedereröffnung vorbereitet, so dass die Fahrausbildung in Kürze wieder starten kann. Für die Ausübung vieler systemrelevanter Berufe ist der Führerschein eine zwingende Voraussetzung. Die Fahrschulen in Deutschland sind für den Neustart nach den Corona-Betriebsschließungen vorbereitet.

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Wann die Fahrschulen wieder öffnen ist noch unklar

„Die Hygiene-Konzepte stehen“, sagt Dieter Quentin, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF). „Die Umsetzung in den Fahrschulen ist bereits angelaufen.“ Wann genau die Fahrschulen in Deutschland wieder öffnen können, ist zur Zeit aber noch unklar. Die BVF fordert eine schnelle zeitliche Perspektive. „Das ist nicht nur zwingend erforderlich, um den Fahrschulen Planungssicherheit zu geben und eine Insolvenzwelle zu vermeiden. Man darf auch nicht vergessen, dass für die Ausübung vieler Berufe der Führerschein eine wichtige Voraussetzung ist“, so Quentin. „Damit sind Fahrschulen ein wichtiger Baustein, damit in systemrelevanten Berufen weiterhin gearbeitet werden kann.“

Vorgehen in Nordrhein-Westfalen inakzeptabel

Völlig inakzeptabel ist laut Quentin allerdings das Vorgehen in Nordrhein-Westfalen. „Es ist mir unverständlich, wie man Fahrschulen öffnen lassen kann, ohne die Vorgabe, die notwendigen Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die zudem ja problemlos umsetzbar sind“, so der Vorsitzende. „Mir ist auch diese Planlosigkeit ein Rätsel. In einem Landkreis dürfen Fahrschulen öffnen, wenige Meter entfernt im Nachbarort wird es den Fahrschulen verboten. Dieses Chaos darf sich auf keinen Fall in den anderen Bundesländern fortsetzen.“ Sinnvoll wäre, dass sich die Bundesländer auf ein einheitliches Vorgehen verständigen. „Wir brauchen einheitliche Vorgaben zur Wiederinbetriebnahme für alle Fahrschulen in Deutschland“, so Quentin.

3.000 Fahrschulen wegen Corona vor dem Aus

Laut einer Umfrage des Branchenverbandes Moving reichen bei rund 30 Prozent der Fahrschulen die staatlichen Hilfen nicht aus, um die Krise finanziell zu überstehen. Damit stehen rund 3.000 der insgesamt etwa 10.000 Fahrschulen in Deutschland vor dem Aus, sollte der Lockdown länger andauern. „Uns ist sehr bewusst, welche Verantwortung wir nicht nur für unsere eigene Gesundheit, sondern auch für die unserer Fahrschüler haben“, sagt Dieter Quentin. „Deshalb werden wir die Hygiene-Vorschriften mit der gleichen Gewissenhaftigkeit einhalten, mit der wir bei der Ausbildung der uns anvertrauten Fahrschüler seit Jahrzehnten arbeiten.“

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