Nachrichten Wirtschaft | Die Corona-Pandemie wird uns die nächsten Monate noch weiter begleiten, wenn nicht sogar Jahre. Aufgrund der nicht vorhersehbaren weiteren Entwicklung haben nun Experten die Absagen von Weihnachtsmärkten voraus gesagt. Die ersten kleineren Weihnachtsmärkte wurden bereits frühzeitig von den Veranstaltern abgesagt.

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Veranstalter können keine langfristigen Planungen erstellen

Da man keine festen Zusagen oder Planungen für die anstehenden Weihnachtsmärkte machen kann, haben einige Veranstalter aus Gründen der wirtschaftlichen Planbarkeit für die Betriebe bereits jetzt schon auf den Ausfall der Weihnachtsmärkte hingewiesen.

Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor der Gefahr, zu früh wieder Lockerungen vorzunehmen. Es müsste deutlicher kommuniziert werden, dass die Bekämpfung der Corona-Pandemie viel länger andauern könnte. Nach den neuen Studien der Havard Universität könnte sich die Bekämpfung möglicherweise bis 2022 hinziehen.

Emanuel Zeke, Vorsitzender für medizinische Ethik und Gesundheitspolitik von der University of Pennsylvania, gibt eine Prognose ab und sieht in diesem Jahr keine Großveranstaltungen mehr. Im Winter sei das Risiko einer Pandemie noch größer.

Auch das Robert-Koch Institut meldet sich:  Ohne Impfstoff werde es keine Rückkehr zur Nomalität geben, sagte RKI-Vize-Präsident Lars Schaade am Dienstag in Berlin. Somit wird es auch keine öffentlichen Veranstaltungen in Zukunft geben können.

Deutschlands Volksfest Nummer 1 ist abgesagt

Das Münchner Oktoberfest wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Das gaben Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) heute bekannt. Die Stadt München hofft, das es im Jahr 2021 wieder stattfinden kann und hat Hoffnung.



Der Deutsche Schaustellerbund bittet um keine voreiligen Absagen

Das Münchner Oktoberfest ist weltweit DAS Aushängeschild und Flaggschiff der deutschen Volksfeste, kein anderes Fest ist in den Medien so präsent. Bei aller Liebe zu diesem wunderbaren Fest muss aber festgestellt werden:

Es ist nicht repräsentativ für die 9.750 anderen deutschen Volksfeste, es ist in seiner Einzigartigkeit nicht mit ihnen vergleichbar, schreibt der Deutsche Schaustellerbund auf seiner Seite.

Kein anderes deutsches Volksfest

  • zieht so viele (ca. 6 Mio.!)  Besucher in seinen Bann,
  • ist Magnet für Millionen Touristen aus ganz Europa, Süd-Ost-Asien und den USA,
  • begrüßt bis zu 400.000 Besucher an einem einzigen Tag,
  • verfügt über Festzelte für bis zu 8.000 Gäste,
  • bietet 140.000 Plätze für Speis und Trank,
  • schafft bis zu 18 Tage lang Attraktionen auf fast 400.000 Quadratmetern Fläche,
  • benötigt aufgrund seiner Größe und Struktur einen derart langen Vorlauf für Planung, Vorbereitung und Aufbau.

Das klassische deutsche Volksfest

  • wendet sich mit seinem vielfältigen Angebot an die Einheimischen vor Ort und die Gäste aus dem nahen Umland,
  • stellt die Familie von nebenan in den Fokus aller Bemühungen,
  • wird von den Kommunen, häufig aber auch von lokalen Vereinen organisiert,
  • bildet den alljährlichen Höhepunkt des lokalen Veranstaltungskalenders.

Wir bitten, diese strukturellen Unterschiede zu beachten! Die Absage des Oktoberfestes darf KEIN Indikator sein, andere Volksfeste ab Ende August in Deutschland zwingend und voreilig abzusagen. Die Feste sind für die Schausteller von existenzieller Bedeutung und für die einheimische Bevölkerung zentraler Anker ihres gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenlebens.

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