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Die Löwen Frankfurt fahren am Sonntag zum Spitzenspiel nach Ravensburg als DEL2-Tabellenführer. Den Platz an der Sonne verteidigten sie gegen die Tölzer Löwen, bei denen sie zuletzt beide Vergleiche verloren hatten, vor 4578 Zuschauern mit einem aufgrund der drückenden Überlegenheit absolut verdienten 4:3 (2:1, 2:1, 0:1)-Sieg. Lediglich durch unnötige Fahrlässigkeit mussten sie um die Punkte bis zum Schluss zittern.

Alles im Griff sollte man meinen

An der mangelnden Chancenauswertung und dem zu oft aufgekommenen Leichtsinn müssen die Frankfurter bis zu den Play-offs noch arbeiten.
Das finnische Trainerteam entschied sich gegen den Namensvetter aus Bayern für eine offensive Variante. Als überzähliger Kontingentspieler blieb draußen der US-amerikanische Verteidiger Dan Spang, während im Sturm das Ausländer-Quartett Adam Mitchell, Antti Kerälä, David Skokan und Matthew Pistilli für Druck aufs gegnerische Tor sorgen sollte.

Viel beschäftigt, die Tölzer Löwen

Zwischen den Pfosten durfte nach einer langen Pause der junge Torwart Bastian Kucis ran. Dieser musste sich im ersten Drittel nur einmal ernsthaft bewähren. Doch beim Solo des Nachwuchsspielers Luca Tosto reagierte er blendend. Auf der anderen Seite war der Tölzer Keeper Andreas Mechel permanent beschäftigt. Kapitulieren musste er im ersten Drittel zweimal. In der 12. Minute Der Unparteiische zeigte ein Foulspiel der Gäste an, da die Frankfurter aber im Puckbesitz waren, lief das Spiel weiter.

Goldhelm Mitchell setzte sich rechts durch, lockte Mechel aus seinem Kasten und legte quer für den mitgelaufenen Tousignant, der kein Problem hatte, den Führungstreffer zu markieren. Dass der Spielverlauf zwischendurch auf den Kopf gestellt wurde, lag am aus dem Nichts erfolgten Ausgleich durch Libor Dibelka, der einen weit am Tor vorbei laufenden Schuss geschickt abgefälscht hat (18.). Die Antwort kam jedoch postwendend.

Nur 63 Sekunden später wehrte Mechel einen Schuss von Max Faber nach vorne ab, dem „Gruß“ des sich bedankenden Pistilli konnte er aber nur hinterher schauen. Eine halbe Minute vor der Sirene musste Florian Kraus raus, so dass die heimischen Löwen das Mitteldrittel in Überzahl beginnen konnten.

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Profit daraus ziehen vermochten sie aber nicht. Nachdem Max Faber und vor allem Antti Kerälä große Chancen vergaben, führte eine Unaufmerksamkeit im Spielaufbau zum unnötigen Ausgleich. Andreas Pauli passte bei einem Break geschickt zu Stephen MacAulay, der Kucis keine Chance ließ. In der Folgezeit ging es ein wenig wild hoch und runter. Erst scheiterte in der 30. Minute Magnus Eisenmenger, dann im direkten Gegenzug Yannick Drews.

Der Spitzenreiter blieb drückend überlegen, was noch zu zwei Treffern bis zur zweiten Sirene führte. Das 3:2 fiel im Powerplay. Dibelka saß draußen, Tim Schüle spielte Skokan an, der passte gekonnt zu Pistilli, der mit einem Direktschuss Mechel keine Chance ließ. Die Schlussminute des mittleren Spielabschnitts war turbulent: Erst traf Schüle mit einem Schlagschuss den Pfosten, dann trafen sich Pauli und Skokan mit den Fäusten, wofür sie beide in die Kühlbox geschickt wurden. Und schließlich traf auch noch 25 Sekunden vor dem Drittelende Brett Breitkreuz nach einem gewonnenen Bully ins Tor.

Die begeisterten Fans dachten, damit sei die einseitige Partie – bis dahin gab es 33:13 Schüsse aufs Tor, eigentlich schon gelaufen. Doch dem war nicht so. Weil nach nicht einmal zwei Spielminuten im letzten Drittel die Gäste durch Dibelka zu ihrem dritten Kontertreffer kamen. Frankfurt stürmte weiter. Mitchell scheiterte am gut reagierenden Mechel. Große Aufregung gab es in der 49. Minute. Kerälä passte im Powerplay toll zu Tousignant, von dessen Schlittschuh der Puck ins Netz ging.

Zwölfmal haben sich die Schiedsrichter die Szene auf dem Video angeschaut, bis Einigkeit herrschte, dass der Schlittschuh aktiv zur Scheibe ging und der Treffer somit nicht anerkannt werden kann. Nachdem die Frankfurter die dumme Strafzeit von Dalton Yorke schadlos überstanden haben, kam die Erlösung eineinhalb Minuten vor Schluss, als plötzlich sieben Tölzer auf dem Eis waren. Ein netter Versuch, den Ausgleich zu erzielen. Aber die Schiedsrichter sahen es, schickten einen „Gelben“ auf die Strafbank. Bad Tölz nahm trotz Unterzahl den Torwart vom Eis, es blieb aber beim knappen Sieg der Gastgeber.