Quelle: Universitätsspital Basel

An diesem Dienstag wurden die ersten beiden Corona-Patienten mit Plasma eines Genesenen Patienten behandelt worden. Dies geschah am Universitätsspital Basel. Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe um Prof. Andreas Buser, Prof. Manuel Battegay und Privatdozent Andreas Holbro hat damit erstmals in der Schweiz und als eines der ersten Zentren Europas diese potentielle Therapiemöglichkeit begonnen.

Plasma genesener Personen enthält Abwehr-Eiweisse

Zwei Patienten am Universitätsspital Basel ist an diesem Dienstag zur Behandlung von Covid-19 aus dem Blut eines genesenen Patienten gewonnenes Plasma verabreicht worden. Plasma ist ein Bestandteil vom Blut. Vor allem Eiweiße wie Immunglobuline also Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger sind im Plasma enthalten. Im Plasma von geheilten Personen finden sich auch spezifische Abwehr-Eiweiße gegen diesen Erreger. Bei den der Behandlung von Ebola und der Schweinegrippe zeigte sich bei ausgewählten Patienten eine Besserung des Krankheitsverlaufs nach Transfusion von Plasma von genesenen Personen. Bei SARS-CoV-2 hat eine erste sehr kleine Studie, die vor wenigen Tagen im Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht wurde gezeigt, dass diese Therapieart weiter untersucht werden muss.

Krankheitsschwere und Dauer könnten reduziert werden

Eine Forschungsgruppe um die Chefärzte der Infektiologie und Spitalhygiene und des Blutspendezentrums hat nun dieses Vorgehen als experimentelle Therapie im Einzelfall bei zwei Patienten in Basel angewendet. Hierbei wurden die Richtlinien der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften beachtet. Ein Therapieeffekt wird nun beurteilt. Die Hoffnung besteht, dass Krankheitsschwere und die Dauer reduziert werden können.

Zusätzliche Sicherheit für Empfänger

Die Gewinnung und Herstellung erfolgt gemäß den Vorschriften der Blutspende SRK Schweiz freiwillig und unentgeltlich analog der Gewinnung anderer Transfusionsprodukte. Spender werden vor der Entnahme auf Erkrankungen, die über das Blut übertragbar sind, getestet. Ebenso muss vor der Spende eine Heilung von Covid-19 dokumentiert sein. Zusätzlich werden bei den Plasmaprodukten unterschiedlichste Viren, Bakterien und Parasiten sowie potenziell schädliche weiße Blutzellen neutralisiert. Das stellt eine zusätzliche Sicherheit für den Empfänger dar. Es haben sich bereits einige genesene Patienten als Spender zur Verfügung gestellt.

Um die Gefahr von Unverträglichkeitsreaktionen zu verringern, wird vor jeder Transfusion sichergestellt, dass eine Blutgruppenverträglichkeit zwischen Spender und Empfänger vorliegt. Die Plasmatransfusion erfolgt dann als Tropf über eine Kanüle in eine Vene. Eine enge Zusammenarbeit mit anderen Schweizer Zentren ist bereits in die Wege geleitet.