Nachrichten Überregional | Die Tourismusbranche ist von der Pandemie mit am schwersten betroffen. In der Zwischenzeit sind viele in einer äußerst prekären finanziellen Situation, weshalb natürlich auch die Tourismusbranche möglichst bald wieder geöffnet werden muss, um zahlreiche Insolvenzen zu verhindern. Die ersten Bundesländer haben sich daher schon für die ersten Lockerungen entschieden.


Mecklenburg-Vorpommern will Urlaub an der Ostsee ermöglichen

Bereits in der Woche vor Pfingsten möchte das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern allen Bundesbürgern wieder den Urlaub an der Ostsee ermöglichen. Darauf haben sich an diesem Montag Vertreter von Landesregierung, Tourismus und Gastgewerbe verständigt. Grund dafür sind die stetig niedrigen Infektionszahlen, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Man gehe außerdem davon aus, dass die Zahlen in der kommenden Zeit bundesweit weiter sinken werden.

Lockerungen auch in Sachsen-Anhalt

An diesem Dienstag hat Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann dem Kabinett daher einen Plan zur stufenweisen Öffnung der Gastronomie und Tourismuswirtschaft in dem Bundesland vorgestellt.

„Nach dem es in den vergangenen Wochen gelungen ist, durch das Herunterfahren des öffentlichen Lebens die Zahl der Infektionen mit dem Corona-Virus deutlich zu senken, ist es jetzt an der Zeit, auch die Tourismuswirtschaft in Sachsen-Anhalt unter Einhaltung von Schutzvorkehrungen behutsam wieder hochzufahren“, erklärte Willingmann.

Ferienhäuser und Campingplätze zuerst

Im ersten Schritt sieht das Konzept vor, dass Ferienhäuser- und Wohnungen schon ab dem 15. Mai wieder vermietet werden dürfen, zunächst allerdings nur an Einheimische. Gleichzeitig sollen Campingplätze nicht mehr nur für Dauercamper zur Verfügung stehen, sondern auch für Reisemobile und Wohnwagen mit autarker Versorgung.

Restaurants sollen ab dem 22. Mai wieder öffnen dürfen, unabhängig davon ob es sich dabei um eine Außen- oder Innengastronomie handelt. Auch die maximale Gästezahl ist nicht für die Öffnung entscheidend. Doch die bestehenden Kontaktbeschränkungen, wie beispielsweise, dass nicht mehr als fünf Personen pro Tisch platznehmen dürfen sowie Abstandsgebote und Hygienemaßnahmen müssen trotzdem eingehalten werden. Diskotheken und Tanzlokale sind in dem Konzept allerdings ausgenommen und dürfen noch nicht wieder öffnen.

Alle müssen sich an die Hygiene- und Abstandsregeln halten

„Bei der Erarbeitung des Stufenplans wollen wir uns weiter mit den mitteldeutschen Bundesländern abstimmen“, so Willingmann. Der Stufenplan sei auch die Grundlage weitere Beratungen bei der Wirtschaftsministerkonferenz an diesem Dienstagabend und für die Bund-Länder-Konferenz an diesem Mittwoch. „Fest steht auch: die stufenweise Wiedereröffnung der Gastronomie und Tourismuswirtschaft wird nur dann erfolgreich gelingen, wenn sich alle Akteure, Gastronomen wie Gäste, weiterhin an die Abstandsgebote und Hygienebestimmungen halten“, so Willingmann. Allerdings müsse man im Falle eines erneuten Anstiegs der Infektionszahlen die Lockerungen zurücknehmen.

Weitere Stufen der Lockerungen

In der zweiten Stufe der Pläne sollen dann auch Hotels wieder Gäste empfangen dürfen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Zimmer über eigene sanitäre Einrichtungen verfügen. Dann soll es Menschen aus ganz Deutschland wieder möglich sein nach Sachsen-Anhalt zu reisen und dort zu übernachten. „Voraussetzung hierbei ist allerdings ein unter den Bundesländern bis dahin abzustimmendes Konzept. Zudem werden wir eine Taskforce beim Wirtschaftsministerium einsetzen, die spezielle Schutz- bzw. Hygienekonzepte entwickeln wird“, erklärte der Wirtschaftsminister.

Zudem sollen in diesem Zweiten Schritt auch kleinere Veranstaltungen wieder möglich sein. An diesem Dienstag hatte sich das Kabinett darauf geeinigt, demnächst dann noch über weitere Termine zu beraten.

Im dritten Schritt wäre dann die gesamte Öffnung aller touristischen Betriebe und Angebote möglich. Hier gebe es dann keine Einschränkungen mehr und auch der Tourismus für ausländische Gäste ist dann wieder vorgesehen. Das Kabinett muss für diese Stufe aber noch konkrete Termine abstimmen, die natürlich den Vorgaben des Bundes für den internationalen Tourismus entsprechen.