Foto: Thorsten Lüttringhaus

Nachrichten Ingelheim | Update 4. März: 
An diesem Dienstag sollte bei einem Termin im Rathaus Ingelheim vom Bau- und Planungsausschuss über die Entstehung einer Hundewiese diskutiert werden. Die Diskussion darüber, ob und wo in Zukunft eine Hundewiese möglich wäre, wurde jedoch von Ralf Claus, dem Oberbürgermeister der Stadt Ingelheim in Absprache mit den Anwesenden Personen vertagt. Grund hierfür war, dass der Antragsteller der FDP bei der Sitzung nicht vor Ort war und sich somit auch nicht zu dem Vorhaben äußern konnte. Weshalb der Antragsteller nicht zu dem Termin erschienen ist, darüber lag dem Oberbürgermeister zum Zeitpunkt der Sitzung keine Information vor. Die Inititatoren der Hundewiese (Carolina Rothe, Laura Keres und Dominik Scheibel) sind nicht die Antragsteller. Der Antrag wurde ohne Rücksprache mit den Initiatoren von der FDP gestellt.

 


Update 28. Februar:
Der Termin mit Frau Dr. Christiane Döll, Beigeordnete der Stadt Ingelheim fand am heutigen Morgen statt. Boost your City sprach im Nachgang mit Frau Carolina Rothe (Initiatorin) darüber, wie das Gespräch verlief.

Die Stadt Ingelheim stehe einer Hundewiese positiv gegenüber. Derzeit werde geprüft, welche Fläche dafür in Betracht käme. Hier ist aktuell die Neisser Straße in der Nähe des Brauhaus Goldener Engel und ein Platz in der Nähe des Ingelheimer Tierheims im Gespräch. Weitere mögliche Plätze werden aber auch noch geprüft. Die Angelegenheit wird derzeit vom Bau- und Planungsausschuss bearbeitet.

Erstmeldung vom 18. Februar:
Hundewiesen sind dazu da, damit sich Hunde dort unbeschwert und ohne an der Leine geführt zu werden, austoben können. Dadurch wird auch das Sozialverhalten der Hunde gefördert. In Ingelheim und Umgebung gibt es zahlreiche Hundehalter, die sich nach solch einer Möglichkeit sehnen. Zur Zeit gibt es eine Petition (Hier Petition Unterzeichnen) für eine Hundewiese in Ingelheim. Die Initiatoren Carolina Rothe aus Ingelheim, Laura Keres aus Gau-Algesheim und Dominik Scheibel ebenfalls aus Gau-Algesheim haben selbst zwei Hunde (Falco und Mira).

v.l.n.r. : Carolina Rothe (mit Falco), Laura Keres, Dominik Scheibel (mit Mira)
| Foto: Thorsten Lüttringhaus

So entstand die Idee zur Hundewiese

Carolina Rothe fährt öfter mit ihrem Hund Falco auf die Hundewiese nach Weiterstadt, da sie dort häufig ihre Mutter besucht und in der näheren Umgebung kein geeigneter Platz existiert. Als sie das letzte mal dort war, ärgerte sich einer der Hundehalter sehr darüber, dass auch Menschen, die nicht aus Weiterstadt sind diesen Platz nutzen. Das sah Carolina Rothe als Anlass, in einer Ingelheimer Gruppe auf Facebook einen Beitrag zu erstellen, dass eine Hundewiese auch in Ingelheim eine schöne Sache wäre. Sie erhielt daraufhin unerwartet viele Rückmeldungen, sodass aus dem anfänglichen Facebook Post nach und nach die Idee wuchs, so etwas tatsächlich umzusetzen.

Da die Hunde Falco und Mira selbst einen ausgeprägten Jagdtrieb haben, können die Initiatoren sie nicht ohne Weiteres frei laufen lassen, auch wenn keine Leinenpflicht besteht. Dieses Problem und das Wissen darum, dass es vielen anderen Hundehaltern genauso geht, bestärkte die drei noch zusätzlich in ihrem Vorhaben. Auch Hunde, die aufgrund des Jagdtriebs nicht einfach von der Leine gelassen werden können, sollen mit der Hundewiese die Möglichkeit erhalten mit ihren Artgenossen zu toben und zu spielen.

Was die Initiatoren sich vorstellen

Wünschenswert wäre ein Gelände, dass sich außerhalb der Stadt befindet, um Anwohner nicht zu stören. Die Fläche sollte ausreichend groß sein, um Konfliktsituationen zwischen den Hunden zu vermeiden. Die Fläche müsste eingezäunt sein und der Zaun sollte einige Zentimeter in den Boden eingelassen werden, um die Stabilität zu gewährleisten. Weiterhin sollte es eine Dogstation mit Kotbeuteln auf dem Gelände geben. Die Initiatoren sind sich bewusst, dass klare Regelungen für die Nutzung gegeben sein müssten. Dazu haben sie bereits einen Entwurf angefertigt und würden sich auch als Ansprechpartner hierfür zur Verfügung stellen.

Weiterhin würden sich die Initiatoren über eine Überdachung freuen, die Hunden und Haltern an sonnigen Tagen etwas Schatten bietet. „Eine Sitzmöglichkeit, zum Beispiel Baumstämme oder Bänke wären toll, jedoch sind wir natürlich auch nur mit einem Zaun und einer Dogstation zufrieden, alles andere käme dann on top.“, berichtet Carolin Rothe.

Welche Plätze kämen dafür in Frage?

Als geeignet sehen die Initiatoren beispielsweise den Platz am Schützenhaus oder nahe dem Schäferhundeverein / Tierheim an. Eine Fläche auf der Jungau, wie sie vor Jahren schon einmal im Gespräch war, halten die Initiatoren eher für ungeeignet, da es sich bei der Jungau um ein Wasser- und Naturschutzgebiet handelt. Das würde natürlich Probleme mit den freilaufenden Hunden mit sich bringen. Weiterhin liegt die Jungau gerade bei Hochwasser nicht unbedingt günstig.

Die Hoffnung ist, dass dieses Projekt möglichst zeitnah verwirklicht werden kann, sodass die Vierbeiner schon in diesem Sommer frei und unbeschwert auf einer eigenen Hundewiese in Ingelheim toben können.



Aussagen der Stadt Ingelheim dazu

Grundsätzlich steht die Stadt Ingelheim der Idee positiv gegenüber, wenn die Begriffe und Spielregeln klar definiert sind und eine geeignete Fläche dafür gefunden wird. Die rechtlichen Aspekte seien dann natürlich noch zu prüfen. Wenn alle Aspekte geklärt, und der Stadtrat sich dafür ausspreche, würde die Stadt eine solche Initiative generell unterstützen.

Die Stadt berichtet außerdem folgendes: „Weder innerhalb noch außerhalb der bebauten Ortslage besteht eine Anleinpflicht für Hunde. Lediglich Listenhunde sind anzuleinen bzw. Hunde, denen aufgrund aggressiven Verhaltens eine Leinenpflicht auferlegt wurde. Nach §48 Landesjagdgesetz ist es nicht zulässig, Hunde unbeaufsichtigt in einem Jagdbezirk laufen zu lassen. Unbeaufsichtigt ist ein Hund dann, wenn er sich außerhalb des Wirkungskreises des Hundehalters aufhält. Zudem ist es in einem Naturschutzgebiet nicht zulässig, Hunde frei bzw. abseits der Wegeführung laufen zu lassen.“

Das Thema soll nicht politisiert werden

Aufgrund einer Fehlinformation durch Dritte, dass man „ohne etwas in der Hand“ kein Gehör in der Stadt findet, starteten die drei zuerst die Petition, bevor sie das Vorhaben an die Stadt Ingelheim heran trugen. „Keinesfalls lag es in unserer Absicht, die Stadtverwaltung zu übergehen“, schreiben die Initiatoren.

Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen dazu auf Facebook, wurde seitens der FDP ein Antrag im Stadtrat hierzu eingereicht. Dieser erfolgte jedoch ohne Rücksprache mit den Initiatoren selbst. Diese hätten sich vorab ein Gespräch mit der FDP gewünscht, um ihre Beweggründe und Ideen darzulegen. Die Initiatoren möchten nicht, dass dieses Projekt seitens der FDP politisiert wird und haben die Stadt Ingelheim daher um ein persönliches Gespräch gebeten. Dieses findet am 28. Februar mit der zuständigen Beigeordneten der Stadt Ingelheim, Frau Dr. Christiane Döll statt. Dort möchten sie ihr Anliegen in Verbindung mit einer entsprechenden Präsentation persönlich vortragen.

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