Nachrichten Ingelheim | Bereits zum achten Mal wurden mehrere „Unternehmen des Jahres im Landkreis Mainz-Bingen“ mit einem Geldpreis in Höhe von insgesamt 5.000 Euro ausgezeichnet. Durch die Vergabe dieses Preises sollen herausragende unternehmerische Leistungen, die in hohem Maße zum weiteren Ausbau und zur Attraktivität des Standortes Mainz-Bingen beitragen, gewürdigt und die Bedeutung der Unternehmen für den Landkreis unterstrichen werden. Prämierte Betriebe erhalten die Berechtigung, als „Unternehmen des Jahres im Landkreis Mainz-Bingen 2021“ für sich zu werben.


Kategorie „Nachhaltigkeit“

Die ADIS Plastics UG aus Nierstein wurde im Jahre 2014 von Herrn Jan Schaar gegründet und zeichnet sich seit jeher durch kontinuierliches Wachstum sowohl bei den verwendeten Plastikmaterialien als auch im Kundenstamm aus. Aufgrund ihrer Transparenz gegenüber Lieferanten in Bezug auf Verarbeitung, Marktpreise und Wiederverwendung ihrer Kunststoffe schafft das Unternehmen Vertrauen und baute langfristige Partnerschaften auf.

Spezialisiert hat sich die Firma ADIS Plastics UG darauf, Kunststoffabfälle zu sortenreinem Kunststoffmahlgut (Recyclat) aufzubereiten, welches im Anschluss wieder zu Verarbeitern oder Compoundeuren geliefert wird. Jährlich werden circa 1000 Tonnen Kunststoffabfälle so zu hochwertigen wiedereinsetzbarem Mahlgut verarbeitet. Durch zukünftige Investitionen plant das Unternehmen weitere 200 Tonnen jährlich durch einen Multifunktions-Farbsortierer recyceln zu können und somit seine Effektivität im Bereich des Kunststoffrecyclings und Umweltschutzes weiter zu steigern.

Aufgrund dieses vorbildlichen Ressourcenrecyclings wird die Firma ADIS Plastics UG in der Kategorie Nachhaltigkeit mit dem Unternehmenspreis 2021 ausgezeichnet.

Kategorie „Veranstaltungstechnik“

Seit 2014 ist Jan Römer, besser bekannt unter seinem Firmennamen „Aurora Eventtechnik“, im Veranstaltungsbereich als Dienstleister fest verankert. Bei zahlreichen Veranstaltungen jeglicher Art, seien es Konferenzen, Weinfeste, Konzerte oder Abibälle, wird das Material und Know-how der Firma zur Verfügung gestellt. Seit Beginn der Coronakrise hat Aurora an alternativen Konzepten gearbeitet, um Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit zu geben, Corona-konforme Konzerte zu veranstalten. Waren es zu Beginn noch Livestreams, die durchgeführt wurden, errichtete man im Niersteiner Stadtpark sowie im Hotel „Altes Amtsgericht Oppenheim“ Kleinkunstbühnen und bot so Musik- und Kulturteilhabe an.

Bereits seit der Gründung des Unternehmens werden von der Aurora Veranstaltungstechnik zahlreiche ehrenamtliche Initiativen unterstützt, von vergünstigten Konditionen bis zur kostenfreien Vermietung von Veranstaltungstechnik. Jan Römer entlastet gerade die kleinen Ortsvereine, um so das kulturelle Leben, vor allem in seiner Heimat-Verbandsgemeinde Rhein-Selz, zu stärken. Zusätzlich wurde zusammen mit einem lokalen Musiker ein Konzept für einen Livestream entwickelt, bei welchem insgesamt mehr als 10.000 Euro an Spendengeldern für die Oppenheimer Tafel gesammelt wurden.

Dieses soziale und kulturelle Engagement, vor allem während der Coronakrise, ist für die Kreisverwaltung Mainz-Bingen auszeichnungswürdig.

Kategorie „Unternehmensnachfolge im Handwerk“

Ursprünglich gründete im Jahre 1988 Seniorchef Karl Stöckle zusammen mit seiner Frau Kirsten Stöckle einen Antiquitätenhandel. 2017 erfolgte aus drei Einzelfirmen (Schreinerei, Ausstellung Gutshof, Concept Store Mainz) eine GmbH & Co KG die nun zu 100 Prozent in der zweiten Generation liegt.

Die Firma steht für „Erbstücke made in Rheinhessen“ wie sie gerne selbst zu sagen pflegen. Aus den 30 Jahren Erfahrung sind nicht nur jede Menge handgefertigte, individuelle Möbelstücke hervorgegangen, sondern vor allem Beständigkeit, Nachhaltigkeit und die Wertschätzung ihrer Produkte. In der Schreinerei in Ober-Hilbersheim arbeitet ein Team stetig daran, aus individuellen Ideen das perfekte Zuhause zu bauen.

Das Unternehmen bringt sich in mehreren Bereichen ein und versucht damit Themen voranzubringen. So ist der Geschäftsführer zum Beispiel im örtlichen Gemeinderat vertreten und Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer Rheinland-Pfalz. Besonders engagiert ist das Inhaberpaar im Bereich Unternehmensneugründung und -nachfolge. So war der Mainzer Laden eine Location im Rahmen der Mainzer Gründerwoche 2019. Hier wurde gemeinsam mit Industrie- und Handelskammer sowie der Investitions- und Strukturbank ein Informationsabend zum Thema „Unternehmensnachfolge“ abgehalten. Auch ist das Inhaberpaar Teil einer Arbeitsgruppe des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau in Mainz zum Thema „Gründerportal RLP“.

Mit den Geschäftsführern und Inhabern der „zweiten Generation“, Christian und Laura Ludwig, ist das Unternehmen bestens für die kommenden Jahre aufgestellt. Mit einer Mischung aus klassischer Handwerkskunst, gepaart mit modernem Marketing und Vertriebsstrategien sowie individuellen Design ist Ihnen eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge gelungen, die für den Landkreis auszeichnungswürdig ist.

Sonderpreis Kategorie „Problemlöser in der Coronakrise“

Gegründet wurde die ECOS Technology GmbH 1999 in Oppenheim. Als IT-Softwarehersteller der „ersten Stunde“ konzentrierten sich die Gründer zu Beginn der Geschäftstätigkeit auf die Sicherheit von Daten. Unter den Leitsätzen „We protect IT“ & „We connect IT“ ist das Unternehmen mittlerweile zu einem großen Player im Bereich IT-Sicherheit geworden. ECOS bietet eine einzigartige Geräteabsicherung und -verschlüsselung im Bereich der klassischen Büro-IT als auch die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Sensoren und Steuergeräten im Bereich „Internet of Things“(IoT).

Vor einigen Jahren wurde der Schwerpunkt des Unternehmens auf die beiden Säulen der Leitsätze gestellt. Die Säule, welche zum Leitsatz „We connect IT“ gehört, beschäftigt sich mit dem Anbieten von Lösungen, wie man Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Behörden, Einrichtungen und Unternehmen einen hochsicheren mobilen Datenzugriff ermöglich kann. Hier bietet die Firma ECOS Produkte mit BSI-Zulassung für den Geheimhaltungsgrad VS-NfD (Verschlusssache- nur für den Dienstgebrauch) zur Nutzung am privaten PC an. Damit sind die Daten sicher und somit konnte erst mobiles Arbeiten in bestimmten öffentlichen Institutionen ermöglicht werden. Den Arbeitgebern stehen durch die Lösungen von ECOS erweiterte Möglichkeiten im Rahmen der „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ zur Verfügung. Durch diese Lösung ist für das Arbeiten keine physische Anwesenheit mehr notwendig, wodurch auch während der Corona-Pandemie der Arbeitsalltag bei Arbeitgebern gesichert werden kann. Aus diesem Grund wird die Firma ECOS als Problemlöser in der Coronakrise mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

Landrätin Dorothea Schäfer

„Durch den Wettbewerb wurde wieder einmal sichtbar, auf welch hohem Niveau unsere Betriebe arbeiten. Leider können wir nicht alle guten Bewerbungen zur Auszeichnung vorsehen. Die nun prämierten Betriebe stehen stellvertretend für unsere hervorragenden Unternehmen.“ Weiterhin ergänzt Landrätin Schäfer: „Insbesondere auch im Hinblick auf die aktuell sehr schwierige Situation danke ich unseren Betrieben für ihr tolles Engagement“.

Aufgrund der aktuellen Lage musste die Kreisverwaltung Mainz-Bingen leider auf die sonst übliche Feierstunde mit Preisverleihung verzichten, sodass die Glückwünsche und Urkunden den Unternehmen persönlich via Boten übergeben wurden.

Insgesamt haben sich bisher seit der erstmaligen Auslobung des Preises 104 Unternehmen für die Auszeichnung beworben. „Der Wettbewerb hat sich während der Zeit als toller Erfolg herausgestellt und schon einige „hidden champions“ hervorgebracht“, so die Leiterin der Wirtschaftsförderung des Landkreises Angela Schneider-Braun.