Nachrichten Bundesweit | Der Öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbände und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) war beim nicht-öffentlichen Bereich (Kreditinstitute sowie sonstiger inländischer und ausländischer Bereich, zum Beispiel private Unternehmen im In- und Ausland) zum Jahresende 2019 mit 1 898,8 Milliarden Euro verschuldet. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland von 22 857 Euro (2018: 23 113 Euro). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach endgültigen Ergebnissen weiter mitteilt, ist der Schuldenstand damit gegenüber den revidierten Ergebnissen vom 31.12.2018 um 0,9 % oder 17,0 Milliarden Euro gesunken.

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Bund kann Schuldenstand weiter verringern

Der Bund war Ende 2019 mit 1 188,6 Milliarden Euro verschuldet. Der Schuldenstand sank damit um 2,0 % beziehungsweise 24,7 Milliarden Euro gegenüber dem Jahresende 2018. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl Deutschlands betrugen die Schulden des Bundes 14 308 Euro pro Kopf (2018: 14 638 Euro).

Steigende Schulden bei den Ländern

Die Schulden der Länder sind im Vorjahresvergleich um 1,4 % beziehungsweise 8,2 Milliarden Euro auf 578,8 Milliarden Euro gestiegen. Das war eine Pro-Kopf-Verschuldung von 6 967 Euro (2018: 6 883 Euro). Am höchsten waren die Schulden je Einwohnerin und Einwohner in den Stadtstaaten: Bremen hatte eine Pro-Kopf-Verschuldung von 43 921 Euro (2018: 31 928 Euro), Hamburg von 18 279 Euro (2018: 18 734 Euro) und Berlin von 14 773 Euro (2018: 15 008 Euro). Unter den Flächenländern verzeichnete das Saarland mit 13 989 Euro (2018: 13 920 Euro) die höchste Pro-Kopf-Verschuldung, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 10 609 Euro (2018: 10 686 Euro). Am niedrigsten war die Verschuldung pro Kopf in Sachsen mit 279 Euro (2018: 346 Euro), am zweitniedrigsten in Bayern mit 987 Euro (2018: 1 121 Euro). Rheinland-Pfalz liegt bei 7.295 Euro und Hessen bei 6.449 Euro pro Kopf.

Gemeinden mit leichtem Schuldenrückgang

Der Schuldenstand der Gemeinden und Gemeindeverbände ging im Vorjahresvergleich um 0,3 % beziehungsweise 451 Millionen Euro auf 131,4 Milliarden Euro zurück. Je Einwohnerin und Einwohner waren sie mit 1 708 Euro verschuldet (2018: 1 717 Euro). Die Kommunen im Saarland hatten mit 3 646 Euro (2018: 3 652 Euro) die höchste Pro-Kopf-Verschuldung, gefolgt von den Kommunen in Rheinland-Pfalz mit 3 205 Euro (Vorjahr: 3 100 Euro) und Nordrhein-Westfalen mit 2 878 Euro (2018: 2 919 Euro). Die geringste kommunale Pro-Kopf-Verschuldung verzeichnete Sachsen mit 646 Euro (2018: 695 Euro), gefolgt von Brandenburg mit 688 Euro (2018: 750 Euro) und Baden-Württemberg mit 781 Euro (2018: 782 Euro). Die Erhöhung des Schuldenstandes der Gemeinden und Gemeindeverbände in Rheinland-Pfalz war bedingt durch die Fusion eines Extrahaushalts mit zwei sonstigen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen, deren Schulden in Höhe von rund 500 Millionen Euro im Jahr 2018 nicht in den Schuldenstand eingeflossen waren. In Hessen wurde mit dem Programm „Hessenkasse“ im Jahr 2019 weitere 84,5 Millionen Euro (2018: 4 765 Millionen Euro) kommunaler Kassenkredite abgelöst, die in der Schuldenstatistik nun nicht mehr nachgewiesen sind.

Die Sozialversicherung war Ende 2019 mit 0,69 Euro pro Person (2018: 1,54 Euro) verschuldet, die Gesamtschulden haben sich damit mehr als halbiert und beliefen sich auf nur noch 57 Millionen Euro (2018: 127 Millionen Euro). Grund für diesen starken Rückgang waren hohe Kredittilgungen der Krankenkassen.



Methodische Hinweise

Die Verschuldung der Länder enthält auch die empfangenen Barsicherheiten aus Derivatgeschäften der Länderkernhaushalte (zum Beispiel Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2019 in Höhe von 1 309,5 Millionen Euro).

Weitere methodische Hinweise und Daten, einschließlich der Erläuterungen zu Abweichungen der haushaltsrechtlichen Darstellung von der amtlichen Statistik, können der Fachserie 14 Reihe 5 „Schuldenstand des Öffentlichen Gesamthaushalts“ entnommen werden, die unter www.destatis.de –> Themen –> Staat –> Öffentliche Finanzen –> Schulden, Finanzvermögen verfügbar ist. Hingewiesen wird insbesondere auf den Qualitätsbericht der Fachserie.

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