Die Wald am Litermont bietet einige Entdeckungen. Foto: Mario Thurnes
Die Wald am Litermont bietet einige Entdeckungen. Foto: Mario Thurnes

Nalbach. Boostyourcity-Saarland.de ist nicht nur ein Nachrichtenportal für das Saarland – sondern auch über das Saarland. Deshalb stellen wir in einer Serie Orte und Städte der Region vor. Dieses mal Nalbach.

Auf den ersten Blick ist ein Nalbach eine Reihe von Häusern an der Straße nach Dillingen. Doch wer tiefer in den Ort stößt, trifft auf eine Welt der Ritter und Sagen.

Wobei „tiefer in den Ort stoßen“ es nicht richtig trifft. Denn eigentlich wird Nalbach umso spannender, desto höher man kommt. Es ist der gut 400 Meter hohe Litermont, in dem es die Welt der Ritter zu entdecken gibt – die des bösen Maldix. Einem Spötter und Zechbruder.

An einem Karfreitag soll er – der Legende nach – mit seinen Kumpels zur Jagd aufgebrochen sein. Seine Mutter Margarete hat ihn versucht abzuhalten. Am geheiligten Feiertag einem solch lasterhaften Vergnügen nachzugehen, müsse Schlimmes nach sich ziehen. Die Frau sollte recht behalten.

Maldix vom Litermont übertrieb es mit der Jagd, stürmte einem Hirsch nach – auf eine steil abfallende Felsklippe zu, das Pferd scheute und der böse Ritter stürzte in die tiefe Höllenschlucht. Ihn fanden seine Spießgenossen. Blut überströmt. Tot. Aber der Hirsch, dem er hinterher jagte, war spurlos verschwunden.

Spukt es auf dem Litermont?

Noch heute soll es auf dem Litermont spuken. Ob es das ist, was die Gäste anzieht? Jedenfalls ist der Litermont ein beliebtes Ziel für Spaziergänger und Radfahrer. Wobei der Aufstieg nicht zu unterschätzen ist. Bis zum Gipfelkreuz, das Margarete vom Litermont gewidmet ist, muss ein schöner, aber anstrengender Weg bewältigt werden. Und schon das Singen der Vögel kann dem Wanderer die Gänsehaut auf den Arm treiben – immer in Gedenken an das Schicksal von Maldix vom Litermont.

Während der Litermont noch Stoff für weitere Sagen lieferte, geht es im Primstal traditionell wirtschaftlicher und somit rationeller zu. Wobei heute dreiviertel der Gemeindefläche von Wald, Feldern und Wasserflächen bedeckt ist. Genau jene führten aber zur Gründung des Ortes. Das Petrus-Patronat der Kirche lässt darauf schließen, dass Fischer ihn begründet haben.

Zwischen 1868 und 1912 entstanden die Primsbrücken in Nalbach und Körprich, die Eisenbahnstrecke Dillingen-Primsweiler und die 1955 stillgelegte Straßenbahnlinie Dillingen-Nalbach. Die Nachbarstadt gewann mit der Hütte an Bedeutung, Nalbach wurde zum Speckgürtel. Ein Wohnort und eine Durchgangsstation auf dem Weg zu den großen Arbeitsplätzen. Am deutlichsten kam das zum Ausdruck, als die Gemeinde Diefflen 1969 der Stadt zugeschlagen wurde.

Bei Nalbach blieben Piespach, Bilsdorf und Körprich. Wobei Letzteres sich eher an Lebach orientiert. Zumindest gehen viele Kinder dort zur Schule. Zusammen zählt die Gemeinde rund 10 000 Einwohner.

Auswanderung nach Ungarn

Die Zahl der Einwohner erlebte wie die anderer Orte Konjunkturen. Der Dreißigjährige Krieg bedeutete eine Zäsur für Nalbach. Nach dem das Schlachten vorbei war, blieb gerade mal noch ein Drittel der alten Einwohnerzahl übrig.

Zu einer spektakulären Abwanderungswelle kam es um 1750. Rund 100 Nalbacher verließen ihre Heimat Richtung Ungarn. Dort war die Landschaft nach den „Türkenkriegen“ entsiedelt. Die Habsburger Kaiser warben für den Zuzug aus anderen Regionen. Aus dem Gebiet des heutigen Saarlandes siedelten sich damals rund 5000 Menschen an Donau und Plattensee an.