Paradox: Deutschland erlebt die am tiefsten eingreifende Pandemie der Nachkriegsgeschichte – aber immer mehr Praxen stehen leer. Potentielle Patienten schrecken offensichtlich davor zurück, sich in Corona-Zeiten behandeln zu lassen. Das kann schlimme Folgen haben, warnt die DAK-Gesundheit – etwa bei Herzinfarkten.

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Jeweils über 1000 DAK-Versicherte wurden im März 2018 und 2019 mit einem Herzinfarkt in Krankenhäusern aufgenommen. Dieses Jahr waren es im gleichen Monat nur 800 – also etwa ein Viertel weniger. Das ist keine gute Nachricht, sagt die DAK und warnt davor, „aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus bei Herzinfarktssymptomen nicht den Notruf zu wählen“.

Die DAK hat nach eigenen Angaben eine Sonderanalyse gemacht und die Differenz festgestellt. „Dieser große Unterschied ist besonders vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie besorgniserregend“, sagt DAK-Vorstand Andreas Storm. Zwar gebe es immer mal Abweichungen vom statistischen Schnitt. Doch dieser deutliche Rückgang sei sehr auffällig.

„Ein Herzinfarkt ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die so schnell wie möglich behandelt werden muss“, sagt Storm. Rund 300 000 Menschen in Deutschland erleiden jedes Jahr einen – etwa 50 000 sterben daran. Damit der Infarkt nicht lebensbedrohlich wird, sollten Symptome erkannt und es sollte schnell gehandelt werden.

Unterschiedliche Anzeichen

Ein Herzinfarkt kann bei Frauen und Männern unterschiedliche Anzeichen haben. Bei Männern kommt es zu Atemnot und stechenden, brennenden, manchmal drückenden Schmerzen in der Brust. Manchmal strahlen diese in Arme, Hals oder Bauch aus und es treten Taubheits-, Druck- und Engegefühle im Oberkörper auf.

Frauen haben meist andere Symptome, wenn sie einen Herzinfarkt erleiden. Zwar haben auch sie Atemnot, Übelkeit und Erbrechen, allerdings können die ansonsten typischen Brustschmerzen ausbleiben. Frauen leiden dafür eher unter einem Druck- und Engegefühl sowie Schmerzen im Oberbauch. Weitere Anzeichen sind Schweißausbrüche und Blässe. Möglich sind auch Symptome wie starke Rückenschmerzen und Schmerzen in den Beinen. Anders als bei Männern kann bei Frauen der Kreislauf zusammenbrechen und Bewusstlosigkeit auftreten.

Die DAK-Gesundheit ist nach eigenen Angaben mit 5,6 Millionen Versicherten die drittgrößte Kasse Deutschlands.

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