DGB-Chef Eugen Roth. Foto: DGB

Saarbrücken. Nur noch jeder vierte Betrieb im Saarland ist tarifgebunden. Das hat der Gewerkschaftsbund DGB mitgeteilt. Den betroffenen Arbeitnehmern gehe auf diese Weise viel Geld verloren.

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743 Euro. So viel verdient ein Mitarbeiter durchschnittlich weniger, wenn er in einem Betrieb ohne Tarifbindung arbeitet. Diese Rechnung hat das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut im Auftrag des DGB aufgestellt. „Für die Beschäftigten im Saarland bedeutet dies, dass ihnen durch die Tarifflucht jährlich rund 377 Millionen Euro an Kaufkraft entgehen“, sagt Eugen Roth, der fürs Saarland zuständige DGB-Chef.

Nur noch 24 Prozent der Betriebe im Saarland seien tarifgebunden. Im Jahr 2001 seien es noch 42 Prozent gewesen. 57 Prozent der Arbeitnehmer seien in Betrieben mit Tarifbindung beschäftigt. 2001 seien es noch 72 Prozent gewesen.

Roth sieht die Verwaltung in der Pflicht, gegen diesen Trend zu steuern. Diese gebe – bundesweit – im Jahr Aufträge im Wert von 460 Milliarden Euro raus. Diese „Marktmacht“ müsse besser genutzt werden. Im Land sollten öffentliche Aufträge daher nur noch an Betriebe gehen, die tarifgebunden seien. Roth sitzt auch für die SPD im saarländischen Landtag.