Deutscher Spargel auf dem Wochenmarkt

Wenn im April der Frühling seinen Einstand hält und die Temperaturen steigen, dann versuchen sich die frischen Spargelköpfe durch die Erdhügel nach draußen zu drücken. Viele Verbraucher freuen sich dann auf die leckeren Gerichte mit dem weißen oder grünen Gold. Doch ist der Spargel, der auf Wochenmärkten oder in den Geschäften als „Deutscher Spargel“ angeboten wird, auch wirklich von deutschen Äckern?

Der SWR hat mit seiner Sendung „Marktcheck“ den Test gemacht.

Verbraucher wollen deutschen Spargel

Gerade zum Start in die Spargelsaison, sind die Stangen noch ziemlich teuer. Doch viele Kunden wollen unbedingt Spargel aus Deutschland. Nicht nur dass er sehr lecker ist, die Großzahl der Verbraucher geht auch davon aus, dass deutscher Spargel frischer ist als der aus dem Ausland.

Dass deutscher Spargel zum Teil merklich teurer ist als ausländischer, liegt auch mit daran, dass der Spargelanbau hier zulande sehr aufwändig und mit viel Handarbeit verbunden ist. Auch sind die Lohnkosten in Deutschland höher als zum Beispiel in Anbauländern wie Polen, Griechenland oder Peru.

Bis 20 Euro pro Kilo

Natürlich wissen auch die Großhändler im Ausland, dass zum Start der deutschen Saison der Spargel hier relativ teuer ist, so dass sie die Preise für ausländischen Spargel dann erheblich senken.

Zum Saisonstart in Deutschland bezahlen die Verbraucher beispielsweise für ein Kilo der Handelsklasse I. zwischen 16 und 20 Euro. Je länger sich die Saison auf das Ende im Juni hinbewegt, desto günstiger werden die Stangen.

Wie in allen Branchen, gibt es auch bei den Spargelhändlern schwarze Schafe, die die Bereitschaft der Verbraucher, gerade zum Start der Saison tiefer in die Tasche zu greifen, skrupellos aus. Sie kaufen billigen ausländischen Spargel und packen ihn in Kisten von deutschen Spargelbauern um.

Test auf Wochenmärkten

Dem Spargel sieht man sein Herkunftsland nicht an. Deshalb hat das Team vom SWR-Marktcheck zum Test auf deutschen Wochenmärkten in Mainz, Mannheim und Stuttgart bei acht Händlern Spargel gekauft, der angeblich aus Deutschland kommen soll.

Alle acht Proben wurden in einem Lebensmittel-Labor mittels einer Isotopenanalyse auf die Herkunft hin untersucht. Die Ergebnisse können dann mit einer Datenbank abgeglichen werden, in der alle Isotopen-Werte etlicher Anbaugebiete weltweit gespeichert ist.

“Wir haben verschiedene Spargelproben untersucht und tatsächlich war eine Spargelprobe dabei, die keine Isotopenwerte aus Deutschland aufwies”, so Dr. Andreas Boner vom Lebensmittellabor. Es konnte sogar, mit Griechenland, das genaue Herkunftsland des angeblichen Deutschen Spargels ermittelt werden.

Mainz – Deutscher Spargel aus Griechenland

Die Spargelstangen, die auf dem Mainzer Wochenmarkt gekauft wurden, stammen nachweislich nicht aus hiesigen Gefilden. Mit dem Ergebnis konfrontiert, schiebt der Markthändler alle Schuld auf seinen Großhändler. Doch auch dieser streitet dem SWR gegenüber alle Anschuldigungen ab.

Sehr ärgerlich ist so was natürlich für die vielen ehrlichen Spargelbauern in der Region. Sie befürchten, dass durch vereinzelte schwarze Schafe, ihr guter Ruf und eine ganze Branche in Verruf kommen könnte.

Wie erkenne ich guten Spargel

Da man dem Spargel nicht ansieht wo er herkommt, gibt es ein paar ganz leichte Tricks um zu erkennen ob dieser wirklich „frisch vom Feld“ kommt.

  • Die Spargelköpfchen sollten fest geschlossen sein
  • Spargelstangen aneinander reiben – wenn er „quietscht“ ist er frisch
  • Frischer Spargel lässt ich auch leicht brechen
  • Schnittstellen sollten noch saftig sein
    Doch gerade hier sollten die Verbraucher aufpassen – manche Händler schneiden die trockenen Enden ab um Frische vor zu gaukeln.