Damit sich beim Break-Dancer oben alle Gondeln in Höchstgeschwindigkeit drehen, müssen die Leistungsstarken Motoren unterhalb der Plattform in einem Top-Zustand sein | Foto: Thorsten Lüttringhaus

Das Sicherheitsniveau bei mobilen Fahrgeschäften sowie von Freizeitparks in Deutschland ist nach den Statistiken weltweit das Beste. Das liegt zum einen an den gesetzlichen Vorschriften, zum anderem an der Sorgfalt der Konstrukteure, Schaustellern und Prüfern.

Um die Sicherheit der Attraktionen zu gewährleisten, unterzieht der TÜV (Technischer Überwachungsverein) in jedem Bundesland die Fahrgeschäfte einer Erstprüfung und schließlich regelmäßig einer wiederkehrenden technischen Prüfung. In diesen werden der aktuelle Zustand und die Betriebssicherheit der fahrenden Kirmesgeschäfte beurteilt – und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern auch bei Testfahrten vor Ort.

Ring Racer Foto: Thorsten Lüttringhaus

Penible Prüfung durch den TÜV

Bevor ein Karussell in Deutschland die Betriebserlaubnis erhält, muss es eine penible Erstprüfung durch den TÜV bestehen. Hierbei werden zunächst die technischen Zeichnungen sowie Konstruktionspläne und statische Berechnungen überprüft, schließlich könnte bei den Planungen und Entwürfen von einem Fahrgeschäft bereits ein Sicherheitsrisiko entstanden sein.

Danach finden die Überprüfungen der Fertigung und gegebenenfalls Versuche an einzelnen Bauteilen statt und zuletzt ein Test der gesamten Anlage. An den Bauteilen wird oft ein Belastungstest vollzogen, damit man im zukünftigen Betrieb die Sicherheit der einzelnen Materialien gewährleisten kann. Insgesamt gibt es bei solchen Erstabnahmen eine Vielzahl von Funktionsprüfungen, beispielsweise Testläufe von Bremsen und Sicherheitseinrichtungen und vielen mehr. Ist diese erste Prüfung geschafft, kann das Fahrgeschäft seinen öffentlichen Betrieb aufnehmen.

Das Herzstück des Wellenflug | Foto: Thorsten Lüttringhaus

Jährliche Überprüfungen durch den TÜV

Wann die wiederkehrenden Prüfungen durch den TÜV stattfinden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei großen und komplexen Fahrgeschäften ist die wiederkehrende Prüfung jährlich. Bei langsam drehenden Fahrgeschäfte erfolgt die Prüfung alle drei Jahre. Unabhängig davon lässt der Großteil der Betreiber seine Anlagen aber ohnehin jährlich prüfen.

Backstagetouren für Besucher immer beliebter

Um Besucher zu informieren, veranstaltet zum Beispiel der IMSM (Interessengemeinschaft Mainzer Schausteller und Marktbeschicker) auf seinen Plätzen Backstage-Touren. Bei diesen beliebten Informationsversantaltungen erhalten interessierte Besucher einen Einblick in die Technik der Fahrgeschäfte und viele Informationen zum Auf,- sowie Abbau. Die eine oder andere interessante Geschichte aus dem Alltag eines Schaustellers, ist bei diesem Blick hinter die Kulissen ebenfalls immer sehr beliebt.

Ein Blick unter einen Autoscooter der Familie Rudi Barth | Foto: Thorsten Lüttringhaus

Vorgaben für Fahrgäste müssen ernst genommen werden

Die Gefahr für Unfälle, egal in welchem Ausmaß, besteht meist nicht aufgrund von Sicherheitsmängeln an den Fahrgeschäften selbst, sondern wird oftmals von den Besuchern verursacht. Die wenigen registrierten Unfälle passieren leider aus Verhaltensfehlern der Fahrgäste. Sind bei einigen Anlagen ein Mindestalter und eine Mindest- oder Maximalgröße angeben, sollte man diese durchaus ernst nehmen. Wer im Wissen um ein Herzleiden oder in der Schwangerschaft in ein Fahrgeschäft steigt, gefährdet sich selbst und im schlimmsten Fall auch andere Insassen. Informationen zu jedem Fahrgeschäft, erhalten Sie bei dem Personal bzw Betreiber vor Ort.

Von einem technischen Aspekt her gesehen, gehören die zugelassenen Fahrgeschäfte in Deutschland zu den sichersten Fortbewegungsmitteln weltweit.