Foto: Deutsche Bahn

Nachrichten Frankfurt | Die Deutsche Bahn (DB) will nun mit einem „Weichen-EKG“ für pünktlichere Züge sorgen. An bundesweit 28.000 Weichen prüfen und melden Sensoren rund um die Uhr, ob alles einwandfrei funktioniert oder etwas mit der Technik nicht stimmt. So können Störungen schon erkannt und behoben werden, bevor sie überhaupt entstehen.

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3.600 Störungen wurden frühzeitig erkannt und verhindert

Auf diese Weise hat die DB im Jahr 2019 bereits 3.600 Defekte verhindert und so das Reisen mit dem Zug für Fahrgäste verlässlicher gemacht. Die letzte intelligente Weiche hat die DB nun in Halle (Saale) angeschlossen damit einen Meilenstein für die vorausschauende Instandhaltung gesetzt. In die neue Technik investierte das Unternehmen rund 66 Millionen Euro.

So funktioniert das Weichen-EKG

Das Herzstück ist ein Sensor, der auf dem Stromkabel des Weichenantriebsmotors befestigt ist. Wenn dann für eine Zugfahrt die Weiche gestellt wird, misst dieser Sensor den dafür benötigten Strom. Sollte der gemessene Wert vom normalen Wert abweichen, werden die Instandhalter aktiv. Diese können aufgrund der Daten frühzeitig erkennen und diagnostizieren, um welche Störung es sich handelt und welche Reparaturen notwendig sind, um einen Defekt zu verhindern.

Mehr Kapazität und Qualität für die Infrastruktur

Die DB setzt damit auf mehr Kapazität und Qualität für die Infrastruktur. Ziel ist es, immer mehr Menschen zum Bahnfahren zu bewegen. Um Anlagen und die Technik noch widerstandsfähiger zu machen, setzt die DB auf Digitalisierung und intelligente Tools. Digitale Anwendungen ermöglichen es, Wartungs- und Reparaturarbeiten schneller und vorausschauender zu planen und umzusetzen.

Weitere Projekte werden geprüft

Zudem überwacht die DB bis Ende 2020 auch 18.000 Weichenheizungen digital. Es sollen bis 2021 Sensoren hinzu kommen, die das Material und die Lage der Weichen überwachen. Außerdem werden weitere Einsatzmöglichkeiten der smarten Technik etwa an Bahnübergängen und Stellwerken in Pilotprojekten geprüft. Alle digitalen Daten werden dann in der Diagnoseplattform DIANA gesammelt, um ein Gesamtbild des Infrastrukturzustandes zu erhalten.

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