Essen ist Dons Spielen. Foto: Mario Thurnes

Viel wird über Haustiere gesagt und geschrieben. Hier kommt eines selber zu Wort: der Don: Kaum ein anderes Thema hat den Dicken so frustriert wie Spielzeug. Denn: Ich kann damit nichts anfangen. So gar nicht. Das einzige, womit ich gern spiele, ist Essen.

Es waren glückliche Stunden. Damals im Büro. Der Chef des Dicken hat mit mir gespielt. Ich sollte durch Stuhlreihen laufen. Habe ich das richtig gemacht, gab es Leckerlis. Für mich war es Glück. Für den Dicken Frust.

Denn wenn zwischen uns je was richtig schief gelaufen ist, dann das Stichwort Spielen. Der Dicke hat viel versucht. Ich habe mir Mühe gegeben, dass es so aussieht, als ob ich mir Mühe gebe. Aber ich habe zu viel Essen von ihm auch so bekommen, um mich bei ihm dafür anstrengen zu wollen. Und Geduld ist nicht gerade seine Stärke. Gelinde ausgedrückt.

Foto: Der Dicke

Wir haben viel versucht: Mein Körbchen gleicht einem Friedhof der Kuscheltiere. Außer als Kissen habe ich die nie genutzt. Das gleiche gilt für all die Beißringe und Plastikpuppen, die ich von Fremden immer noch geschenkt bekomme. Am heikelsten waren diese Fresssäcke.

Der Dicke füllt den Fresssack mit Leckerlis und wirft ihn weg. Ich bringe ihn zurück. Zur Belohnung gibt mir der Dicke ein Leckerli aus dem Sack. So weit die Theorie. Die Praxis indes: Der Dicke wirft das Ding weg, ich geh’s holen, ziehe mich damit zurück und beiß es so lange kaputt, bis die Leckerlis auf einen Schlag rausfallen.

Ich nenne es Water Boarding

Die wenigen Momente, in denen das Spielen hätte klappen können, sind schief gelaufen. Im Flur zum Beispiel stehen Schuhe. Ich habe mal einen zum Spielen mit hochgenommen. Das heißt: Ich wollte. Der Dicke nahm den gleich wieder weg und stellte ihn zurück. Dann folgte dieses Schimpfen mit erheiterter Stimme, von dem ich nie so recht weiß, was es mir sagen soll.

Und dann gab es noch einen dramatischen Versuch. Der Dicke nannte es Hunde-Schwimmtag im Freibad. Ich will den richtigen Namen genutzt wissen: Water Boarding von Hunden.

Ich wollte nicht ins Wasser. Jemand, der weniger schwerfällig (Wortspiel, gnihihi) ist als der Dicke, hätte es damit belassen. Aber er lockte mich an den Beckenrand und hievte mich dann ins Wasser. Wie ich darauf reagiert habe? Sagen wir es so, die Kratzwunden am Arm des Dicken verheilen allmählich.

Der Dicke und ich und Spielen. Allmählich haben wir es aufgegeben. Gassi im Wald und auf der Wiese, Rumhängen auf der Couch oder beim Schorsch oder Besuche bei Menschen und Hunden, die wir mögen. Der Dicke und ich, wir haben unsere gemeinsame Agenda gefunden. Spielzeuge etablieren zu wollen, hat beim Dicken nur zum Frust geführt. So gesehen haben sie mir dann doch Spaß bereitet.

Der Dicke und ich, ich im Vordergrund. Selfie: Der Don

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