Warm. hell und gemütlich - so mag ich mein Weihnachten. Foto: Der Dicke

Hier kommt das andere Ende der Leine zu Wort: der Don. An Weihnachten schenkt der Dicke mir jede Menge Leckerlis. Aber eigentlich schwindelt er. Denn an anderer Stelle zieht er mir das wieder ab. Doch es zählt ohnehin etwas anderes.

Am Samstag ist der Schorsch in Weihnachtsferien gegangen. Da fehlt mir natürlich jetzt einiges in meiner Bilanz: die Wurst von der Theke, die Leckerlis vom Norbert oder Geschenke von manchen Gästen. Doch eigentlich war der Samstag schon ein Weihnachten im Kleinen.

Auch wenn es der Dicke anders sieht: Ich kann durchaus rechnen. Zumindest wenn es um so etwas wichtiges wie Essen geht. Natürlich weiß ich auch, dass er mir die Zugaben vom Schorsch von meinem Napf abzieht. Der ist seit Sonntag wieder üppiger gefüllt.

Foto: Der Dicke

Trotzdem war es noch mal schön: Thorsten war da, morgens. Später Rainer und natürlich Norbert. Wir haben zusammen gesessen, nur ich durfte liegen – auf meinem Lieblingsplatz, der Jacke des Dicken. Darum geht es doch an Weihnachten: Wenn es draußen kalt und dunkel ist, es drinnen warm und hell zu gestalten. Und zusammen zu sein.

Ich weiß auch, dass der Dicke mir den Weihnachtsknochen von der Gesamtbilanz abzieht. Aber nach der Bescherung liegen wir auf der Couch und er muss mir zusehen, wie ich den Knochen esse. Das ist das eigentliche Geschenk. Ich esse so gerne vor der Nase des Dicken.

Hohe Zeit der Dummschwätzer

Weihnachten ist auch die hohe Zeit der Dummschwätzer: Das Fest sei nur noch Kommerz. Stressig. Und ein Ablauf überkommener, sinnloser Rituale. Da wollen einige oberschlau klingen – und originell. Aber in Wahrheit beten sie nur abgedroschenste Phrasen nach.

Weihnachten ist der Anker des Jahres. Es sind intensive Tage. Deshalb bleiben sie uns in Erinnerung. Schauen wir über einen längeren Zeitraum zurück, dann sind es die Weihnachtsfeste, die uns helfen, Daten und Geschehen einzuordnen.

Ich erinnere mich noch gut an die ersten Weihnachten mit dem Dicken: 2013. Damals hat Rocky noch gelebt. Die Menschen und er standen im Kreis um mich rum und haben Ball mit mir gespielt. Der Dicke hat den Ball dann Rocky zugeworfen. Der nahm ihn auf und warf ihn aus der Schnauze heraus mir zu – weil ich schärfer drauf war als er. Ich war halt jünger.

Ein größeres Miteinander

Ein Jahr später war er dann nicht mehr da. Im Sommer dazwischen haben wir uns von ihm verabschiedet. An Weihnachten sind wir auch immer mit ihm zusammen. Die uns verlassen haben, die sind in unseren Herzen dabei. Auch das bedeutet Zusammensein an Weihnachten.

Wer das schlecht redet, weil er an einer Kasse hat anstehen müssen oder einen Abgabetermin einhalten, der tut mir leid. Der hat es nicht verstanden. Vielleicht einfach mal eine Kerze aufstellen, wenn es dunkel wird. Dann stellt sich das Gefühl schon von alleine ein.

Dieses Jahr ist das Miteinander wieder größer. Sam ist seit Sonntag da. Heute lerne ich ihn kennen. Noch in zehn und 15 Jahren wird es sein erstes Weihnachten zuhause sein. Es ist immer schöner, wenn Junge dabei sind. Wenn wir Ball spielen, werde ihm den gerne mal zu werfen.

Der Dicke und ich, ich im Vordergrund. Selfie: Der Don

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