Essen und Körbchen - eine gute Kombination. Foto: Der Dicke

Hier spricht das andere Ende der Leine: der Don. Hunde sind Gewohnheitstiere. Heißt es. Aber das ist Quatsch. Ich probier’ gerne mal was Neues aus. Auch wenn das manchmal weh tut.

Ich liege neuerdings gerne in meinem Körbchen. Eigentlich ist das keine Meldung. Aber der Dicke spricht mich permanent darauf an. Es verblüffe ihn. Denn über Monate hinweg habe ich mein Körbchen ignoriert.

Andere Plätze waren spannender geworden. Angefangen hatte das vor Jahren über Silvester. Ich wollte näher am Dicken dran sein. Nicht weil ich etwa Angst hätte… Ich wollte ihn besser beschützen können. Jedenfalls lag ich in der Ecke, wo die Bücherregale und der Schreibtisch stehen.

Der Dicke hat mir dann dort ein Kissen hingelegt. Dann eine Decke. Das uferte aus. Mittlerweile habe ich dort eine herrliche Landschaft: Aus der alten Jacke, ausgemusterten Leintüchern und Kissen baue ich mir dort meine Schlafburgen. Da war das Körbchen dann halt abgemeldet.

Doch jetzt steht ein Baum vor dem Körbchen. Der leuchtet. Und dahinter steht eine Kerze. Es beruhigt mich ungemein, im Körbchen zu liegen, auf den Baum und ins Licht zu schauen – dabei schlummert es sich so schön ein.

Fast die Pfote gebrochen

Vor allem im Sommer wechsle ich gern meinen Platz. Dann suche ich Stellen auf, an denen ich sonst nicht zu finden bin. Weil sie kühler sind. Allerdings ist das gefährlich. So wie ich meine festen Plätze habe, hat der Dicke seine Routen in der Wohnung, die ihn zielsicher an mir vorbei führen.

Normalerweise. Liege ich an anderen Plätzen, hat der Dicke das nicht unbedingt auf dem Schirm. Denn der ist nun wirklich ein Gewohnheitstier. Die Folge war, dass er mir im Sommer derb auf die Hinterpfote getreten ist. Der Schmerz geht nie vorbei, dachte ich – bis es endlich ein Leckerli gab.

Auch bei den Spaziergängen ist der Dicke ein Gewohnheitstier. Am liebsten geht er die immer gleichen Routen immer wieder entlang. Da bin ich anders. Ich will ab und an etwas Neues erleben. Deswegen bewege ich den Dicken hin und wieder dazu, etwas Neues auszuprobieren.

Ich will Enten sehen

Der Dicke meinte bisher, mir mit Wald einen Gefallen zu tun. Das ist ja durchaus richtig. Also grundsätzlich. Aber neuerdings ziehe ich morgendliche Streifzüge durch die City vor. Da trifft man Hunde und die Nachrichten an den Büschen sind auch vielfältiger. Vor allem enden diese Touren oft am Rheinufer. Zumindest wenn der Dicke Zeit hat. Und dort wiederum gibt es Enten.

Im Wald gibt es keine Enten. Die haben mir letztlich gefehlt. Deswegen schicke ich den Dicken nun über den Umweg City zum Rheinufer. Ich bin zwar kein Gewohnheitstier. Aber ab und an kehre ich gerne zu etwas zurück, das ich schon gut kenne. Und so leg ich mich denn jetzt auch, wenn ich fertig mit dem Text bin, gleich wieder in mein Körbchen und schaue mir den Baum an.

PS.: Der Witz mit dem Klo im Wohnzimmer ist nicht nur wahnsinnig lustig – hihihi, Klo im Wohnzimmer. Er ist auch sehr originell und ihr seid die Ersten, die ihn erzählen.

Der Dicke und ich, ich im Vordergrund. Selfie: Der Don

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