Nachrichten Mainz | Am 28. und 29. Januar werden Aktive von Health for Future und Fridays for Future am Mainzer Rheinufer unterhalb des Jockel-Fuchs-Platzes eine Intensivstation für Mutter Erde aufbauen und eine ganztägige Mahnwache abhalten.


Die Politik der nächsten Jahre ist entscheidend

Unter Beachtung der Hygienemaßnahmen werden an beiden Tagen Vertreter der Gruppen vor Ort sein, während zeitgleich in der Rheingoldhalle die letzten Landtagssitzungen vor der Wahl in Rheinland Pfalz stattfinden. Damit soll gerade angesichts der Landtagswahl Aufmerksamkeit auf den Klimaschutz und seine Chancen für die Gesundheit gelenkt werden. Die Politik der nächsten Jahre ist entscheidend, um den Beitrag des Landes Rheinland-Pfalz zur Erderwärmung nachhaltig zu begrenzen. So können alle Wähler bei der Wahl mitentscheiden, ob notwendige Therapiemaßnahmen wie die Erstellung von flächendeckenden Hitzeschutzplänen getroffen werden.

Tim Schmutzler, aktiv bei Fridays for Future, bringt an: “Gerade in der Coronazeit dürfen wir die Klimakrise nicht aus dem Blick verlieren. Auch diese ist heute und in Zukunft eine elementare Bedrohung für unsere Gesundheit”

Klima- und Umweltkrise als größte Gefahr für die menschliche Gesundheit

Führende medizinische Fachzeitschriften bezeichnen die Klima- und Umweltkrise als größte Gefahr für die menschliche Gesundheit im 21. Jahrhundert. Das mache sich auch in Rheinland-Pfalz bemerkbar: Die Hitze der Sommermonate erhöht die Risiken für Folgeschäden zum Beispiel bei Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes und Asthma. Auch die durch Menschen verursachte Luftverschmutzung ist gerade im Rhein-Main-Gebiet problematisch: Bei 120.000 betroffenen Deutschen wird die durchschnittliche Lebenserwartung allein durch Luftverschmutzung (Feinstaub PM 2.5µm) um ganze 2,4 Jahre reduziert, belegt eine Studie des Mainzer Kardiologieprofessors Dr. Münzel. Dazu meint Professor Münzel: “Die Coronapandemie können wir mit impfen bekämpfen, die Pandemie ausgelöst durch Luftverschmutzung nur durch Maßnahmen, die die Luftverschmutzung drastisch und nachhaltig reduzieren.”



Chancen auf Kostenreduzierung durch Klimaschutz

Mit der Aktion soll zugleich ein Fokus auf die Chancen gelegt werden, die Klimaschutz für die Menschen bereithält: Neuesten Schätzungen zufolge liegt die Kostenreduktion durch effektiven Klimaschutz allein im Gesundheitssystem weltweit etwa doppelt so hoch wie die Kosten für Klimaschutzmaßnahmen selbst.

Auch auf persönlicher Ebene trägt zum Beispiel verstärkte Radmobilität zur Verbesserung des Stadtluft, zum Klimaschutz und nicht zuletzt zur persönlichen Fitness bei. Solche kombinierten Vorteile finden sich bei vielen Klimaschutzmaßnahmen. Klimapolitik werde bisweilen mit Verboten in Verbindung gebracht, biete aber tatsächlich großes Potenzial – dafür möchten die Aktiven Bewusstsein schaffen.

“Gesundheit braucht Klimaschutz”

Darum fordert Alexander Stern, angehender Arzt und Aktiver bei Health for Future: “Gesundheit braucht Klimaschutz. Wem die Gesundheit von uns Bürger am Herzen liegt, der muss sich für konsequenten Klimaschutz einsetzen. Die Intensivstation sind wir alle gemeinsam. Das sollen die Politiker verstehen.”