Im Saarland gibt es nach Ostern weitreichendere Lockerungen als im restlichen Deutschland. Als “Modellregion” soll das Land testen, wie sich Öffnungen auf die Entwicklung der Pandemie auswirken.


Angesichts der “Osterruhe” ging in der Nacht zum Dienstag unter, dass die Ministerpräsidentenkonferenz sich auch darauf geeinigt hat, solche “Modellregionen” zu ermöglichen. In diesen sollen Lockerungen getestet werden. Dafür muss aber die Anzahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche bei unter 100 pro 100 000 Einwohner liegen – am Mittwoch waren es im Saarland 70,8. In Rheinland-Pfalz bewirbt sich Zweibrücken darum, eine solche Modellregion zu werden.

Private Treffen sind im Saarland nach Ostern wieder möglich. Aber nur draußen und wenn alle Gäste einen negativen Corona-Test haben. Restaurants dürfen Gäste draußen auch ohne Test bewirten. Allerdings nur mit Termin und wenn die Kontakte nachverfolgt werden können. Auch dürfen sich nur fünf Personen aus zwei Haushalten einen Tisch teilen – Kinder unter 14 Jahren werden dabei nicht mitgezählt.

Sinneswandel bei Tobias Hans

Fitnessstudios dürfen öffnen, Tennishallen auch. Kontaktsport wie Fußball bleibt drinnen verboten – ist aber draußen möglich. Der Besuch von Opern, Konzerten und Theateraufführungen ist möglich – allerdings nur mit einem negativen Test und der Angabe der Kontaktdaten. Für alle Tests gilt grundsätzlich, dass sie von einem Arzt oder einem Testzentrum bescheinigt sein müssen und nicht älter als 24 Stunden sein dürfen.

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sprach bei der Vorstellung davon, dass Kontaktbeschränkungen nicht allein der Königsweg sein könnten. Es gelte, neue Wege in der Pandemiebekämpfung zu beschreiten. Das ist ein interessanter Sinneswandel. Im ersten Lockdown 2020 galt der Merkel-Anhänger Hans als Hardliner – im Saarland waren die Kontaktbeschränkungen härter und wurden konsequenter verfolgt als zum Beispiel in Rheinland-Pfalz.