Während der Corona-Krise hamstern manche Menschen was das Zeug hält. Der Einzelhandel verzeichnet eine ungebremste Nachfrage nach bestimmten Waren des täglichen Bedarfs. Eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in Wiesbaden zeigt, dass die Verkaufszahlen für bestimmte Produkte in den letzten Wochen extrem gestiegen sind.

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Das Hamstern begann in der letzten Februarwoche

In der 9. Kalenderwoche (letzte Februarwoche) stiegen die Absatzzahlen der ausgewählten Lebensmittel und Hygieneartikel erstmals rasant an. Bereits in dieser Woche stiegen die Absatzzahlen für Mehl um 150 Prozent, für Seife um 122 Prozent und für Teigwaren um 109 Prozent. Die Zahlen hatten sich zu dieser Zeit im Vergleich zum Durchschnitt der letzten sechs Monate verdoppelt. Die Nachfrage nach Teigwaren ließ bis zur 12. Kalenderwoche langsam wieder nach. Dies lässt sich auf ein kurzfristig fehlendes Angebot der Waren zurückführen.

Nachfrage nach Toilettenpapier steigt um das dreifache

Die Nachfrage nach Toilettenpapier stieg in den letzten Wochen ebenfalls extrem an. In den Supermärkten ist das Toilettenpapier fast dauerhaft ausverkauft. Auch wenn die Ware immer wieder nachgeliefert wird – es dauert oft nicht lange bis die Regale wieder leer sind. Die Einzelhändler verzeichneten hier eine Absatzsteigerung von 211 Prozent. Die Nachfrage ist damit mehr als drei Mal so hoch wie zuvor.

In der 12. Kalenderwoche stieg die Nachfrage nach Seife um 337 Prozent. Der Absatz ist damit mehr als vier Mal so hoch wie in den sechs Monaten zuvor.

Nachfrage nach Desinfektionsmitteln steigt auf mehr als das Achtfache

In der ersten Märzwoche (Kalenderwoche 10) stieg die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln um 751 Prozent auf mehr als das Achtfache im Vergleich zum Durchschnitt der letzten sechs Monate. Aufgrund der großen Nachfrage waren Desinfektionsmittel vorübergehend so gut wie ausverkauft. Deshalb sank der Absatz in den folgenden zwei Wochen stark. In der Kalenderwoche 12 lag der Absatz nur noch bei der Hälfte der sonst üblichen Menge.

Versorgung des täglichen Bedarfs trotzdem gesichert

DIe Politik und Wirtschaftsverbände sehen die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs weiterhin als gesichert an. Sie appellieren an die Bevölkerung, von Hamsterkäufen abzusehen. Dies sei nicht nötig. Mancherorts kann das Hamstern jetzt sogar ganz schön teuer werden.

Hinweis: Die Angaben basieren auf neuen Datenquellen und Methoden. Ausgewertet wurden digital verfügbare Kassendaten. Auswertungen dieser Art haben einen experimentellen Charakter und sind Teil eines Projektes im Bereich „Experimentelle Daten“. Damit erprobt das Statistische Bundesamt neue Datenquellen und Methoden.

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