Nachrichten überregional | Bislang wurde vermutet, dass das Coronavirus SARS-CoV-2 aus Wuhan stammt. Doch womöglich könnte das Virus noch zuvor im Elsass vorgekommen sein. Eine Untersuchung von rund 2.500 Patientenakten aus den vergangenen Monaten am Albert-Schweitzer-Krankenhaus in Colmar legte die Vermutung nahe, dass eventuell nicht China, sondern das Elsass Ursprung des Coronavirus sein könnte.

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Coronavirus bereits Mitte November im Elsass

Bereits Mitte November 2019 soll es in dem Krankenhaus mindestens einen Corona-Patienten gegeben haben, erklärte die Klinik an diesem Donnerstag in einer Presseerklärung. Das Virus wurde in China erstmals Mitte Dezember, also einen Monat später, nachgewiesen. Weitere Details über den Fall teilte die Klinik zunächst nicht mit. Wenn sich allerdings die Vermutung der Mediziner im Elsass als richtig erweisen, müssten maßgebliche Details der Geschichte der Pandemie korrigiert werden.

Es wurden Corona-typische Aufnahmen festgestellt

In dem Krankenhaus in Colmar hatte Michel Schmitt, der Leiter der Abteilung für Medizinische Bildgebung für seine Untersuchung die CT-Aufnahmen bis Anfang November 2019 geprüft. Die Fälle, die als Corona-typisch eingestuft wurden, wurden von zwei weiteren erfahrenen Radiologen gegengeprüft. Es soll demnach bereits am 16. November einen Corona-Fall gegeben haben. Die Symptome wurden damals allerdings nur als nicht ganz normal verlaufende Grippe gewertet, da das Virus zu dem Zeitpunkt noch gänzlich unbekannt war.

Ausbreitung durch Weihnachtsmärkte beschleunigt

Laut Schmitt habe sich die Ausbreitung bereits ab Jahresende 2019 durch Weihnachtsmärkte und Familienfeste beschleunigt. In der letzten Februarwoche sei die Infiziertenzahl dann durch ein religiöses Treffen in Mulhouse „explodiert“, heißt es in der Pressemitteilung. Ende März haben die Infektionszahlen dann den Höhepunkt erreicht.

Da im vergangenen Winter untypische Erkrankungen bei Erwachsen und Kindern festgestellt wurden, kam es zu der Studie. Die Symptome waren damals Fieber und Husten, der länger als gewöhnlich angehalten habe, sowie Stimmverluste, Gewichtsabnahmen und untypische Müdigkeitszustände. Um die Studie weiter voranzutreiben, sind weitere Untersuchungen in dem Krankenhaus geplant, teilt das Krankenhaus mit.

Rund 300 Corona-Patienten im Albert-Schweitzer-Krankenhaus

Bis vor kurzem galt das Elsass noch als Corona-Risikogebiet. In der Zwischenzeit konnte die Verbreitung etwas eingedämmt werden, doch die Kliniken weisen noch immer hohe Patientenzahlen auf. In dem Albert-Schweitzer-Krankenhaus wurden bisher rund 300 mit dem Coronavirus infizierte Patienten behandelt.

 

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