Symbolfoto: Pixabay

Nachrichten Kelsterbach | Polens Airline LOT wird den Ferienflieger Condor doch nicht übernehmen. Der Verkauf ist geplatzt, denn der Käufer ist aufgrund der Corona-Krise selbst in finanzieller Schieflage und hat daher einen Rückzieher gemacht. Die Gesellschaft LOT ist seit dem Jahr 2018 eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der staatlichen Polska Grupa Lotnicza (PGL).

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LOT benötigt selbst staatliche Hilfe

Eine Sprecherin der staatlichen PGL bestätigte den Rückzieher und erklärte, der Konzern habe Condor darüber am Montag informiert. Vor gut einer Woche hieß es, LOT sei selbst auf  Staatshilfe angewiesen. Sowohl die Airline Condor als auch das Bundeswirtschaftsministerium wollen die Vorgänge nicht kommentieren.

„Im Fall der Lot kommen wir sicher nicht ohne öffentliche Hilfe aus“, hatte Polens Schatzminister Jacek Sasin kürzlich dem Fernsehsender TVN24 gesagt. Er sei in ständigem Kontakt mit dem Vorstand der Fluggesellschaft LOT. Zur Zeit bereite man einen Rettungsplan für den Fall vor, dass die Flugverbindungen noch für viele Wochen und Monate unterbrochen sein werden.

Im Januar hatte PGL den Zuschlag erhalten

Im Januar hatte PGL für rund 300 Millionen Euro den Zuschlag für Condor bekommen, nachdem der Ferienflieger mit der ehemaligen Muttergesellschaft Thomas Cook in Schieflage geraten war. Mit dem Rückzieher der polnischen Gesellschaft könnte  eine vorübergehende Verstaatlichung von Condor näher rücken. Das Unternehmen ist zur Zeit mit einem Brückenkredit der Staatsbank KfW über 380 Millionen Euro finanziert. Der Kredit läuft allerdings in dieser Woche aus.

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