Foto: Holger Schué

Nachrichten Frankfurt | Bei dem Bau des Terminal 3 am Frankfurter Flughafen wurde mit poly- und perfluorierten Chemikalien (PFC) belasteter Bodenaushub festgestellt. Die Fraport AG arbeitet mit Hochdruck an einer dauerhaften Lösung dafür. Bereits seit Ende des Jahres 2019 laufen Ausschreibungen für die Suche nach passenden Deponien, um den Bodenaushub fachgerecht einzulagern. Genügend Angebote liegen hingegen für den Abtransport des belasteten Aushubs vor. Die ersten Verträge hierfür wurden bereits unterzeichnet. Die Fraport AG hat es sich zum Ziel gesetzt, die Gesamtmenge des Bodenaushubs in den kommenden Monaten auf geeigneten Deponien zu entsorgen.

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Da PFC in der Altlastenbearbeitung noch relativ neu ist, gibt es vor allem in Hessen wenig geeignete Deponien dafür. Die Fraport AG hat mit der schwierigen Marktsituation bereits gerechnet. Daher wurde schon Anfang 2019 beim Regierungspräsidium Darmstadt einen Antrag für ein Bodenlager auf Basis des Bundesimmissionsschutzgesetzes eingereicht. Sollten die Deponien nicht genügend Kapazitäten aufweisen, wird das Bodenlager bedarfsgerecht für die Zwischenlagerung eingerichtet.

Was ist die Chemiekalie PFC?

Die sowohl wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften von PFC werden von der Industrie für bestimmte Bereiche sehr geschätzt. Sie stecken daher in Hunderten Produkten wie Outdoorbekleidung, beschichteten Pfannen, Kaffeebechern, Pizzakartons, Putzmitteln oder Imprägniersprays. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Chemikalien nicht im Boden abbaubar sind. So gelangen sie ins Grundwasser und in den Naturkreislauf. Die Auswirkungen auf den Menschen sind bislang nur wenig erforscht. Trotzdem gelten die Tenside als gesundheitsschädlich. Seit 2008 wurde die Verwendung der PFC durch die EU daher stark eingeschränkt.

Dr. Stefan Schulte – Vorstandsvorsitzender der Fraport AG dazu

„Als Flughafenbetreiber haben wir kein Interesse daran, verunreinigten Boden langfristig auf unserem Gelände zu lagern. Wir suchen mit Hochdruck nach geeigneten Deponien, die uns das Material abnehmen. Erste Erfolge stimmen uns positiv, dass wir noch in diesem Jahr den überschüssigen Boden abtransportieren können. Bestenfalls muss das beantragte Bodenlager nicht gebaut werden. Sobald wir darüber Klarheit haben und der letzte Vertrag unterzeichnet ist, informieren wir darüber“

Regelmäßige Testungen des Bodenaushubs

Im Süden des Frankfurter Flughafens auf dem damaligen Gelände der Rhein-Main Air Base wird zur Zeit das neue Terminal 3 gebaut. Die Nutzung der U.S. Air Force beispielsweise für Löschübungen hat ihre Spuren auf dem Gelände hinterlassen. Mit entsprechender Sorgfalt wurden Proben des Aushubs regelmäßig von Experten getestet. Die Tests wurden immer auf Grundlage der neuesten Vorgaben mit der Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt Frankfurt des Regierungspräsidiums Darmstadt abgestimmt.

Die Grenzwerte für PFC wurden Mitte 2018 deutlich erhöht und eine neue Messmethodik wurde vorgegeben. Dies machte ein ausgeweitetes Bodenmanagement auf der Baustelle des Terminal 3 notwendig. In Folge dessen wurden erhöhte PFC-Werte in rund 600.000 Kubikmetern Erde festgestellt.

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