Symbolfoto Lesekompetenz: Pixabay Pezibear

Saarbrücken. Goethe und Schiller, Böll und Brecht – es gehört zur Vergangenheit, dass solche Namen für deutsche Kultur stehen. Zumindest lässt die jüngste Pisa-Studie das vermuten: Demnach sind 21 Prozent der 15-Jährigen auf dem Lesestand, den eigentlich Drittklässler schon erreicht haben sollten. Einen CDU-Abgeordneten aus dem saarländischen Landtag hat das nun alarmiert – er fordert spürbare Konsequenzen.

Frank Wagner ist der bildungspolitische Sprecher der CDU im saarländischen Landtag. Die Reaktionen auf die schlechten Pisa-Ergebnisse zur Lesekompetenz will er schon in den Kitas starten. Dort müsse diagnostiziert werden, wie der Sprachstand der Drei- und Vierjährigen ist.

Wagner zitiert die Berichte der Gesundheitsämter der Kommunen, nach denen fast jedes dritte Kind Defizite zeige. Und das bei den Kindern ohne Migrationshintergrund. Mit ihnen müsse mehr gearbeitet werden. Dazu gehöre das laute Vorlesen, das Vortragen von Gedichten oder die generelle Beschäftigung mit dem geschriebenen Wort.

Doch wenn das nicht greife, müsse auch die Schulpolitik geändert werden: “Die Kinder, bei denen auch nach dieser Lernphase weiterer Förderbedarf besteht, müssen einen Schonraum erhalten, der als Ergänzungselement zwischen Kindergarten und Grundschule, quasi als „Klassenstufe 0“ fungiert.” Diese nullte Klasse würde ähnlich funktionieren wie der frühere Schulkindergarten, der im Zusammenhang mit der Inklusionsverordnung eingestellt wurde.