Nachrichten Bingen | Gerade der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist und bleibt ein finanzielles Sorgenkind der Stadtverwaltung, das teilte die CDU Fraktion Bingen mit. In diesem Jahr trifft es die Stadtwerke Bingen besonders hart. Erst wurde eine nicht ausgereifte Fahrplanänderung von der nach kurzer Zeit zerbrochenen Koalition durchgeboxt und dann blieben aufgrund der Corona-Pandemie auch die wenigen Fahrgäste aus.

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„Der Eigenbetrieb der Stadtwerke hat noch Rücklagen von 1,8 Millionen Euro,“ sorgt sich der Fraktionsvorsitzende Stefan Bastiné um die Zukunft des Betriebes. „Wenn die Verantwortlichen die Kosten auch weiterhin nicht in den Griff bekommen, ist der Betrieb nächstes Jahr pleite.“

Kommunale Pflichtaufgaben können nicht mehr erfüllt werden

Dieses Szenario ist nicht einer kruden Fantasie entsprungen. Die finanzielle Misere geht seit Einführung des neuen Fahrplanes so weit, dass sogar die kommunalen Pflichtaufgaben wie der Schülerbeförderung nicht mehr eigenständig erfüllt werden können. Zur Veranschaulichung: Aktuell soll wegen mangelnder eigener Kapazitäten die Pflichtaufgabe Schülerverkehr ausgeschrieben und für mehr als 700.000 Euro brutto fremd vergeben werden. Parallel hierzu fahren die Eigenbetriebe teilweise mit leeren Bussen in einer hohen Taktung zu verschiedenen Zeiten einen hohen Verlust ein. „Wenn man bedenkt, dass wir in Bingen neue Fahrer eingestellt haben und trotzdem diese Pflichtaufgaben ausschreiben müssen, hat der verantwortliche Beigeordnet seine Hausaufgaben nicht gemacht,“ ärgert sich Werksausschussmitglied Michael Porr.

Aus Sicht der CDU ist es wichtig, dass der ÖPNV erst einmal die Grundaufgaben erfüllt. „Dabei ist uns klar, dass ein ÖPNV auch Geld kosten darf,“ ergänzt Bastiné.

Vom Grundsatz her ist wichtig, dass, neben den Pflichtaufgaben des ÖPNV, die Menschen zur Arbeit und auch wieder nach Hause gelangen können. In den Zwischenzeiten muss auch zugemutet werden können, sich mit einer geringeren Taktung der Buslinien oder in Einzelfällen auch mit möglichen weiteren Angeboten wie einer Fahrgemeinschaft, einem Taxi, dem E-Bike oder dem Fahrrad zu arrangieren. Die hätte nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ökologische Vorteile.

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