Foto: Thorsten Lüttringhaus

Klimaschutz, CO²-Steuer, Dieselfahrverbote, alles Schlagwörter die in den vergangenen Monaten immer stärker in den Focus der Diskussionen gerückt sind. So überlegen Politiker welche Maßnahmen getroffen werden können, um den Klimawandel zu stoppen. Gute Ideen machen nur dann Sinn, wenn die Politik selbst mit guten Beispielen vorangeht.

Doch schaut man auf das letzte halbe Jahr zurück, so muss man feststellen, dass gerade die Gremien, die sich politisch der Umwelt verschrieben haben, eher Grund zur Negativdiskussion liefern.

1740 Dienstflüge von Berlin nach Bonn

So bestätigte das Bundesumweltministerium dem RedaktionsNetwerk Deutschland gegenüber, dass in der Zeit von Januar bis Juli 2019, Minister, Staatssekretäre, Beamte und Angestellte des Bundesumweltministeriums zwischen den Standorten Bonn und Berlin 1740 mal dienstlich hin und her geflogen sind

Im kompletten Vorjahr (2918), kam es nach Auskunft des Ministeriums zu etwa 2755 Flügen zwischen Bonn und Berlin. So flogen die Mitarbeiter des Umweltressorts schon jetzt hochgerechnet deutlich öfter zwischen den Dienststätten hin und her.

Die Anzahl wächst nach Angaben des Ministeriums sogar im Jahr 2018 auf etwa 3200 dienstliche Flugreisen an, wenn man alle angefallenen Inlandsflugreisen dazurechnet.

Anweisung umweltfreundliche Verkehrsmittel zu nutzen

Unverständlich ist dieser Anstieg, wenn man überlegt, dass die Mitarbeiter angehalten sind, bei gleichem Preis das umweltfreundlichere Verkehrsmittel Bahn vorzuziehen. Eine Zugverbindung zwischen Berlin und Bonn dauert knapp 5 Stunden.

Wenn die Vorschläge der eigenen Ministerien umgesetzt werden würden, kämen auf Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) erhebliche Mehrkosten zu.  „Ich bin der Meinung, dass auch der Flugverkehr die Kosten der Klimagasemissionen tragen und sich dies in den Flugpreisen abbilden muss“, forderte Schulze in der „Rheinischen Post“.

Weiter sagte sie, dass eine Lektion der vergangenen Jahre sei, „das wir uns beim Klimaschutz ehrlich machen müssen“.